Von Kelten, Thesen und Spuk: Geschichtliches und mehr rund um den 31. Oktober

Heute ist der 31. Oktober – Reformationstag und Halloween! Ob man heute etwas feiert und vor allem was man feiert, ist jedem selbst überlassen. Ich habe mich in den letzten Wochen bedingt durch schaurig-schöne Halloween-Deko mal etwas intensiver mit diesem Tag befasst und mal einen Blick hinter die geschichtlichen Kulissen geworfen. Eigentlich wollte ich euch nur ein paar schnell gemachte Deko-Ideen posten, aber dann hat das hier doch etwas mehr Tiefgang bekommen 😉

Reformationstag

Eines vorweg: ich bin katholisch. Mit Martin Luther habe ich also rein vom Glauben her nicht besonders viel am Hut. Dennoch finde ich, dass er – ein Mönch und Theologieprofessor – 1517 Wichtiges und Großes vollbracht hat, als er seine 95 Thesen über Ablass und Buße an die Türen der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen hat! Er hat die Menschheit wachgerüttelt, die sich allzu lang von den Oberen der Kirche hat unterdrücken lassen. Die Reformation war ein nötiger Schritt in eine richtige Richtung – und ja, das sage ich als katholische Christin 🙂

Viele evangelische Christen feiern heute also den Reformationstag. Und nicht wenige von ihnen regen sich – zu Recht – darüber auf, dass ein Großteil ihrer Mitmenschen mehr über Halloween weiß und Halloween feiert, als über einen wichtigen Tag in der Geschichte der Kirche. Naja, oder sollte ich sagen, meint über Halloween zu wissen…

Halloween damals

Bei Halloween denken ja alle direkt an Kürbisse, gruselige Kostüme und das bei Kindern sehr beliebte „Süßes, sonst gibt’s Saures“. Die meisten wissen auch, dass dieser Brauch aus Amerika kommt. Aber die wenigsten wissen, was es ursprünglich mit „Halloween“ auf sich hatte… Dann würde der ein oder andere dieses Fest vielleicht mit anderen Augen sehen…

Die Ursprünge von Halloween gehen auf die Kelten zurück. Damals glaubte man, dass am 31. Oktober die Verstorbenen des letztes Jahres für einen Tag auf die Erde zurückkehren. Einige Menschen stellten Leckereien bereit, andere verkleideten sich möglichst schaurig, um die lebenden Toten fern zu halten. Bei den Kelten war es so, dass die Druiden den „Untoten“ ein Opfer dabringen wollten, um die diese milde zu stimmen. Dazu wählten sie eine Familie aus, die ein Menschenopfer – eines ihrer Kinder – bringen sollten. Vor das Haus der Familie wurde eine ausgehöhlte Steckrübe mit einer Kerze gestellt. Gab die Familie ihr Kind als Opfer her – es wurde bei lebendigem Leib in einem Weidenkorb verbrannt – blieb die Steckrübe zum Zeichen von Segen und Schutz vor dem Haus stehen. Verweigerten die Eltern das Opfer, beschmierten die Druiden die Tür des Hauses mit Blut – ein Todesurteil für die Familie.

Halloween heute

Führt man sich das vor Augen, steht Halloween nicht mehr in einem schaurig-schönen Licht da. Nachdem irische Einwanderer das Brauchtum mit nach Amerika brachten, wurden aus den Steckrüben im Laufe der Zeit Kürbisse und aus den menschlichen Opfergaben wurden Süßigkeiten. Die Kostüme blieben – wollte man damals Untote abschrecken, will man heute seine Mitmenschen erschrecken. Bedenklich ist dabei aber, dass heute kaum noch jemand weiß, was der Ursprung von Halloween war… Aber es gibt ja auch Familien, die Weihnachten feiern, weil da der Weihnachtsmann Geschenke bringt, von da aus erschreckt mich ja eigentlich gar nichts mehr 😉

Halloween bei uns

Hier wird Halloween nicht gefeiert. Gar nicht. Weder bei uns selber noch in unserem Umfeld. Hier ziehen auch keine Kinder mit Kostümen durch die Straßen! Zumindest habe ich hier bei uns noch keine gesehen… Ich weiß aber von Freunden und Bekannten, dass dort regelmäßig Kinder zu Halloween vor der Tür stehen und dass es von Jahr zu Jahr mehr wird. Und knappe 2 Wochen später stehen die gleichen Kinder dann wieder mit ihren Laternen vor der Tür, singen Martinslieder und greifen die nächste Runde Süßkram ab… Ja, hier ziehen die Kinder zu St. Martin von Haus zu Haus – das gibt es auch nicht überall. Auf alles rund um St. Martin gehe ich die Tage aber noch genauer ein!

Manchmal ist es auch gut, in einer Ecke mit wenigen Kindern zu wohnen 😉 Dann kommt man gar nicht erst in die Verlegenheit, was man tun würde, wenn gruselige Schreckgestalten vor der Tür stehen und „Süßes statt Saures“ fordern… Eine Bekannte hat den Kindern vor ihrer Tür mal sachlich erklärt, dass sie Halloween nicht feiern würden und sie doch bitte zu St. Martin wiederkommen mögen. Oh, das gab richtig Stress mit den Eltern der Kinder…

Versteht mich nicht falsch: ich liebe Kürbisse und ich finde die leuchtenden orangen Köpfe auch wirklich cool, aber das, was dahinter steckt, finde ich gar nicht cool. Im letzten Jahr haben wir zum ersten Mal Kürbisse geschnitzt und vor die Tür gestellt. Es war damit auch das letzte Mal. Kürbisse als Deko gibt es bei uns nach wie vor, weil es eine wunderbare jahreszeitliche Deko sind, aber statt der leuchtenden Fratzen stelle ich dann doch lieber ein schönes Windlicht vor die Tür.

Aber was mache ich, wenn Halloween hier immer weiter um sich greift und auch meine Kinder irgendwann als Hexe und Vampir um die Häuser ziehen wollen?! Die Frage stellt sich mir aktuell gar nicht, weil es bei uns kein Thema ist. Zwergenmann und Mausekind kennen zwar den Begriff „Halloween“ und sie wissen, dass es irgendwie um Hexen und Monster geht, aber diesen Brauch in einem Kostüm von Haus zu Haus zu ziehen, kennen sie nicht. Und durch uns werden sie das auch nicht kennenlernen.

Gruselige Deko

Ganz auf „Halloween-Deko“ will ich dann aber auch nicht verzichten. Aber eher aus einem anderen Grund: die Tage werden kürzer, es ist öfter nebelig und wenn draußen Nüsse, Eicheln oder Kastanien von den Bäumen auf den Boden und Autos fallen und es überall rumpelt und raschelt, wenn der Wind um die Häuser heult, dann passt ein bisschen Gruseldeko doch ganz gut. Zur Zeit beobachten wir auch oft Dohlen und Raben auf den Wiesen und Feldern, die emsig auf Futtersuche sind und diese Vögel haben ja auch etwas Mystisches. Von daher passen ein paar Gespenster und Spinnen doch ganz gut zur herbstlichen Deko 😉

Letztes Jahr gab es bei uns wie gesagt eine Kürbis-Familie. Ich finde sie auch immer noch cool und süß, aber wir werden das nicht wieder machen – nicht zuletzt, weil man mit den Kürbissen so viel sinnvollere Sachen machen kann 😉 Wenn sie als reine Deko ausgedient haben, kann man sie noch essen! Also die essbaren Kürbisse zumindest, die Zierkürbisse natürlich nicht!

Kleine Zierkürbisse machen sich aber auch immer gut. Und die gibt es schon recht günstig! Ich habe unsere vor einigen Wochen in einem Körbchen bei Rewe für unter 3 Euro gekauft und sie zeigen noch keine Spur von Fäulnis oder so.

Windlichter kann man nie genug haben und aufstellen 🙂 Ich mag Kerzenlicht ja total! Aktuell spenden bei uns allerdings LED-Teelichter Licht und „Wärme“, weil Mausekind unsere Gespenster, die wir auch letztes Jahr schon gebastelt haben, so spannend findet und immer oben uns Glas reinschaut. Bevor sie sich dann verbrennt, verzichten wir lieber auf echten Kerzenschein! Die Windlichter sind schnell gemacht: ihr braucht nur etwas Kleister, Butterbrotpapier, alte Gläser, einen Edding und eventuell Wackelaugen. Einfach Kleister und kleingerissenes Butterbrotpapier auf die Gläser kleben, trocknen lassen und mit dem Edding Gesichter draufmalen bzw. Wackelaugen aufkleben.

Im Rahmen des Halloween-Probeplottens für Fusselfreies sind bei uns auch Glasuntersetzer und zwei kleine Tischsets aus Filz mit schaurigen Motiven entstanden. Dazu habe ich im Stoffladen schwarzen Filz gekauft und mit einer kleinen Schüssel und einem Kuchenteller schwarze Kreise vorgezeichnet und ausgeschnitten. Auf die Kreise habe ich dann Motive aus der Halloween-Serie geplottet. Geht schnell und die Flexfolie hält auf dem Filz auch echt super 🙂

Und ihr so?

Mich interessiert wirklich brennend, ob ihr Halloween feiert und vor allem, wie ihr es feiert! Wie ihr rausgehört habt, ist dieser Brauch nichts für uns. Wir verurteilen aber niemanden, der Spaß an Halloween hat. Ein klein wenig können wir dem ja auch abgewinnen, aber andere (christliche) Bräuche sind uns wichtiger. Also hinterlasst mir doch sehr gerne einen Kommentar und erzählt, was ihr am 31. Oktober so macht 🙂

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