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Und täglich grüßt das Kalender-Tier…

Mal ehrlich: wie machen die Supermamas da draußen das eigentlich?! Sie sehen immer super aus, Make Up und Kleidung sitzen perfekt, ihre Kinder sind stets höflich, sie gehen Vollzeit arbeiten, schmeißen nebenbei den Haushalt, fahren ihre Kinder zu Sportvereinen, Musikschule und Verabredungen, zaubern ein 3-Gänge-Menü auf den Tisch und sind dazu noch eine leidenschaftliche Liebhaberin. Was in Hollywood-Filmen perfekt insziniert ist, klappt im wahren Leben doch eher nicht…

Vereinbarkeit von Familie und Beruf realitätsfern?!

Ich bring’s mal direkt auf den Punkt: wer behauptet, dass sich der Job und die Familie prima miteinander vereinbaren lassen, macht sich doch selbst was vor. Denn irgendwas oder irgendwer bleibt dabei immer auf der Strecke. Es kann einfach nicht alles immer rund laufen und fluppen. Und ich darf das so sagen, ich mache diese Erfahrung nämlich seit vier Monaten… Ganz spontan habe ich zum Jahreswechsel wieder angefangen zu arbeiten. Vorher war ich nur an zwei Vormittagen in der Woche als Dozentin in der Elternschule und da hatte ich Mausekind auch noch dabei! Ich konnte Zwergenmann entspannt in den Kindergarten bringen und niemand musste sich um Mausekind kümmern – sie wird ja noch nicht fremdbetreut.

Seit dem 1. Januar sieht unsere Realität anders aus: ich gehe regelmäßig ohne Kinder aus dem Haus. Teilweise muss ich um 7 Uhr auf der Arbeit sein – meine Kinder schlafen da meistens noch. Meinen Sohn habe ich die letzten drei Monate glaube ich 3mal zum Kindergarten gebracht und von Mausekind war ich jeden Vormittag getrennt. Versteht mich nicht falsch, ich heule deswegen nicht rum und ich habe damit auch überhaupt kein Problem, denn es war meine bzw. unsere Entscheidung! Mein neuer Job als Erzieherin in einer Krippe bedeutet für mich ein Stück Freiheit und macht mir sehr viel Spaß. Er hat aber auch einschneidende Veränderungen mit sich gebracht, an die wir uns alle erst einmal gewöhnen mussten…

Das Netzwerk muss funktionieren

Mit der Entscheidung, dass ich ein geregeltes Einkommen zu unserem Lebensunterhalt beitragen möchte, mussten wir uns neu organisieren. Schichtpläne vom Vollblutpapi wurden studiert um die Oma in die Kinderbetreuung einbinden zu können. Denn der Vollblutpapi geht morgens um halb 7 aus dem Haus und arbeitet in 24-Stunden-Schichten, und ich selber muss auch zwischen 7 und 8 Uhr im Kindergarten sein, arbeite aber in der Regel nur tageweise nach Bedarf. Wenn wir also beide am gleichen Tag arbeiten müssen, muss sich die Oma um Mausekind und Zwergenmann kümmern! Zum Glück haben wir den Luxus einer Oma, die bereits im Ruhestand ist, quasi gleich um die Ecke wohnt, und ihre Enkel so sehr liebt, dass sie im Notfall auch morgens um 6.30 Uhr schon auf der Matte steht, wenn es nicht anders geht. Viele Familien haben diese Möglichkeit nicht, das weiß ich wohl…

Betreuungsplätze sind oft Mangelware

Ein Problem gibt es aber, wenn ein Glied im Kinderbetreuungs-Netzwerk nicht funktioniert. Der Worst Case ist eine nicht funktionierende Oma, wenn Mama und Papa arbeiten müssen! Diesen Fall hatten wir bislang zum Glück noch nicht und ich hoffe, dass er uns auch erspart bleibt bis auch Mausekind einen Betreuungsplatz hat – und das kann noch dauern. Denn wie viele andere Kinder steht auch sie auf der Warteliste in der Kita. Da bringt auch ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz nichts – wo keine Betreuungsplätze in Kita oder bei Tagesmüttern frei sind, kann man auch keine herzaubern!

Ende November wird Mausekind drei Jahre alt – damit ist sie im August für die Krippe eigentlich schon zu alt, für die Kita aber quasi noch zu jung. Bis zu ihrem dritten Geburtstag zählt sie als U3-Kind und das bedeutet, dass sie vom Betreuungsschlüssel zwei Betreuungsplätze beansprucht. Hat eine Kita mehr Anmeldungen als Plätze (was bei uns fast schon der Regelfall ist), geht es bei der Vergabe der Plätze dann oft nach dem Alter der Kinder und die jüngeren Kinder rutschen auf der Warteliste dann nach hinten… So ist es auch uns ergangen. Mausekind hat zum Sommer keinen Kitaplatz und die Oma übernimmt weiterhin die Betreuung. Gott sei Dank haben wir diesen Luxus!

Der Spagat zwischen Arbeit und Familienleben

Ich arbeite also halbtags und bin spätestens kurz nach 14 Uhr zu Hause. Eigentlich bin ich auch gar nicht jeden Tag unterwegs, weil ich „nur“ Vertretungskraft bin, aber wie das Schicksal es wollte, wurde eine Kollegin schwanger und ich habe die Schwangerschaftsvertretung übernommen bis eine neue Erzieherin gefunden war. Das hat unser Familienleben in den letzten drei Monaten ganz schön auf den Kopf gestellt: plötzlich waren wir beide außer Haus und Dinge, die ich sonst vormittags erledigt habe, rückten in den Nachmittag oder Abend. Dadurch mussten Mausekind und vor allem Zwergenmann lernen, dass Mama nicht immer verfügbar ist und im Gegensatz zu vorher auch am Nachmittag blöde Sachen wie Wäsche waschen und so zu tun hat… Damit die Kinder aber nicht zurückstecken müssen, verlegt man dann viele Aufgaben in die Abendstunden, wenn die Kinder im Bett sind. Auch nicht besser, dann leidet nämlich die Paarbeziehung! Und das ist besonders dann nicht gut, wenn der Herr des Hauses von jetzt auf gleich eh schon ein Hausmanndasein fristet und sich plötzlich um sinnvolle Kinderbespaßung am Vormittag bemühen und nebenbei den Haushalt – so weit er kann – erledigen muss 😉 Immerhin bekam er so dann auch mal einen Einblick in meinen „normalen“ Alltag als „Vollzeitmami“…

Was auf der Strecke bleibt…

Eingangs schrieb ich ja, dass sich Beruf und Familie nur bedingt vereinbaren lassen, weil „irgendwer oder irgendwas auf der Strecke bleibt“… Wenn man den überwiegenden Teil der Woche zu Hause ist – wie es auch bei mir bis zum Januar 2017 der Fall war – hat man einen gewissen Rhythmus und viele Dinge sind bereits erledigt, wenn die Meute wieder nach Hause kommt. Dann hat man ausreichend Zeit füreinander. Gehen aber beide Elternteile arbeiten, verlagern sich die lästigen und dennoch nötigen Aufgaben – einkaufen, Wäsche machen, aufräumen, putzen, etc. – in die Familienzeit und alle müssen zurückstecken! Was Erwachsene dabei rational sehen, ist für Kinder oft nur schwer zu verstehen – Mama hatte doch sonst immer Zeit für ne Runde Memory und den Gang zum Spielplatz, und nun muss sie Wäsche zusammenlegen und den Rotz vom Vortag in der Küche beseitigen. Und wer jetzt sagt „ach, der Haushalt läuft doch nicht weg“, dem möchte ich sagen: genau DAS ist das Problem!!! Der Rotz sammelt sich an!!! *lach* Und wenn man den Geschirrberg in der Küche zu lange ignoriert, winkt er einem irgendwann fröhlich zu und fängt an zu stinken 😉

Planung ist alles???

Die ein oder andere Mami in meinem Umfeld riet mir, einen Wochenplan anzulegen. Wer ist wann für was verantwortlich. Denn wenn man alle Aufgaben und Termine im Vorfeld plant, bleibt mehr Freizeit übrig. Äh… Nee… Also bei uns zumindest nicht. Zum einen mag das sicherlich daran liegen, dass wir bei sowas nicht konsequent genug sind, zum anderen haben wir ständig Störfaktoren 😉 Wenn der Vollblutpapi den Rasen mähen will, geht der Melder und er hat nen Einsatz. Wenn ich mir für Mittwoch fest vorgenommen habe, die Wäsche zu bügeln, steht Mittwochmittag der Sohnemann im Kindergarten mit seinem Kumpel vor mir und verkündet mir, dass die beiden sich zum Spielen verabredet haben und auf den Abenteuerspielplatz wollen – da gibt’s leider keine Steckdose, die Wäsche kann ich also nicht mitnehmen. Und seinem Kind will man auch nicht sagen „Sorry mein Schatz, aber heute muss ich die Wäsche machen, also kannst du nicht mit deinem Freund spielen.“… Was bei anderen Familien super klappt, klappt bei uns nicht. Also planen wir immer alles spontan um feste Termine drum herum und dadurch verschieben sich viele Dinge dann eben häufig, obwohl man sie schon längst abgearbeitet haben wollte. That’s life.

Der Familienplaner

Und trotzdem geht bei uns nichts ohne den Familienplaner an der Wand zwischen Esszimmer und Küche! Da steht ALLES drin – absolut übersichtlich für Mama und Papa (und Oma), damit man alles im Blick hat: wann müssen Vollblutmami und Vollblutpapi arbeiten, wann ist Mausekind in der Musikschule und Zwergemann in der Tanzschule, wann hat wer einen Arzttermin, wann ist welches Kind wo und mit wem verabredet, und so weiter… Den gleichen Kalender schleppe ich auch noch einmal im Taschenformat mit mir rum – für spontane terminliche Dinge unterwegs 😉 Und es bedarf wirklich schon einiger Disziplin, diesen Kalender ordentlich zu führen! Gerade der Herr des Hauses trägt gerne mal etwas nicht direkt ein und ich muss dann immer wieder kurzfristig was umplanen, weil er doch nicht zu Hause ist, wo ich dachte, dass er zu Hause sein müsste…

Und die Sache mit dem Blog

Neben Job, Familie, Terminen und Haushalt gibt es dann ja auch noch das hier – mein Baby, meinen Blog – und irgendwie zählt der ja auch zur „Arbeit“, obwohl er mein Hobby ist. Und zur Zeit wird er auch gar nicht gut behandelt. Ich weiß es wohl… Aber man muss Prioritäten setzen. Mit meiner Arbeit verdiene ich mein Geld, meine Familie ist mir das Wichtigste auf der Welt! Ich brauche aber auch einfach mal Zeit für mich, ich habe gerne mal meine Ruhe. Hirn aus, wenn ihr versteht, was ich meine. Einfach mal nichts tun. Abends, wenn die Kinder im Bett und der Mann auf Arbeit sind, einfach mal die Füße hochlegen und die Lieblingsserie im TV gucken. An sich selbst und nicht an andere denken – und auch nicht an den winkenden Geschirrberg in der Küche 😉

Aus diesem Grund habe ich den Blog auch Blog sein lassen. Das Leben 1.0 hat Vorrang. Dabei mangelt es mir nicht an Ideen! Mein kleines Notizheft füllt sich stetig, aber ich setze mich nur noch dann an den Laptop, wenn mir danach ist und nicht, weil man seit Wochen nichts mehr von uns gelesen hat 😉 Momentan habe ich etwas mehr Luft, das kann sich aber auch schnell wieder ändern… Denn als Vertretungskraft muss man häufig auch spontan für eine Kollegin einspringen – da hilft es dann auch nichts, dass man sich für den Freitagvormittag ein Fotoshooting mit dem Kind für den Blog vorgenommen hat…

Ein Blick auf die anderen

Ich bewundere euch Mamis, die ihr Leben mit Arbeit und Familie scheinabr mühelos unter einen Hut bekommen. Ganz ehrlich. Vor allem bei der ein oder anderen Blogger-Kollegin denke ich mir hin und wieder „Ey, wie macht die das nur??? Hat ihr Tag mehr Stunden als meiner?!“ Daniela von Nenalisi hat vor kurzem gemutmaßt, dass unsere lieben Bloggermamis bestimmt alle ne Putzfee und ne Nanny haben. Meine Theorie ist, dass sie einfach nicht mehr schlafen *lach*

Mögt ihr euer Geheimrezept mit mir teilen?! Oder ist der Schein nach außen vielleicht ein ganz anderer und euer Leben steht in Wirklichkeit auch Kopf?! Mich würde eure ehrliche Rückmeldung zu dem Thema interessieren! Wie läuft das so bei euch? Fluppt alles, oder gibt es Dinge, die besser laufen könnten? Und was ist für euch besonders wichtig, damit es fluppt?! Hinterlasst mir gerne einen Kommentar 🙂

Eure Svenja

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