Archiv der Kategorie: Kolumne – Zickenzeit

Lautsprecher

Zickenzeit: Ist ein Schnäppchen eben doch kein Schnäppchen?

Günstig = billig? Oder kann ein Schnäppchen auch ein echtes Schnäppchen sein? Manchmal mag dies mit Sicherheit der Fall sein, doch bei meinem aktuellen Schnäppchen war es wohl eher doch ein Fehlgriff.

Schnäppchenläden sprießen aus dem Boden, wie Gras. Egal ob Tedi, €uro, Action und wie sie nicht alle heißen, locken mit super Angeboten. Die nötigsten und unnötigsten Dinge zu denkbar niedrigen Preisen. Und eigentlich kann das doch auch gar keine Qualität sein, die man (oder eher vorwiegend frau) dort erwirbt. Zumindest nicht in dem Bereich, aus dem mir nun ein solches Schnäppchen in die Finger fiel: Der Technik!

Lautsprecher Pulse türkis

Lautsprecher Pulse türkis by Janna Stroink

Ein Portable Speaker für 4,95 Euro? Das wäre ja wirklich mal ein Angebot. Und es passiert genau das, was die Macher dieser Läden wollen: Das Gehirn fängt an zu Rattern!
„Für 4,95 Euro kannst du ja nun wirklich nichts falsch machen… brauchen tust du ja eh einen, für den Laptop, sonst ist das Filme gucken weiterhin so anstrengend… wenn es Schrott ist, war es halt ne kleine Fehlinvestition, aber besser, als 20,00 Euro auszugeben und dann vielleicht auch Schrott zu bekommen… und so unschick sieht er ja auch gar nicht aus… eigentlich sogar recht schick, wenn ich ihn mir genauer ansehe… OH, den gibt’s in türkis???“
Und zack landete der kleine, süße, türkise Portable Speaker zum Schnäppchenpreis in meinem Einkaufskorb, neben den diversen Putzmitteln und dem Calgon, die in den Drogerien und Supermärkten tatsächlich teurer wären. Noch schnell bezahlt und ab ging es nach Hause mit der neuen Errungenschaft. Ich war schon recht gespannt, welche Qualität mich dort erwarten würde.

Schon beim Auspacken, trübte sich die erste Begeisterung über das vermeintliche Schnäppchen, denn bereits dort beschlich mich das Gefühl, dass zumindest einmal die Klangqualität unter dem Billigpreis zu leiden gehabt haben würde – was im Übrigen eigentlich zu erwarten war, aber ausprobieren musste ich es halt irgendwie doch.
Rein optisch konnte ich an dem Lautsprecher nichts aussetzen. Das Türkis sah aus, wie auf der Verpackung und auch die äußerliche Verarbeitung war für den Preis durchaus in Ordnung, wenn nicht sogar wirklich gut. Der rein weibliche Aspekt dieser kleinen Lautsprecher war also schon einmal erfüllt. Für 4,95 Euro ja nun schon wirklich völlig in Ordnung. Aber der wirklich wichtige Test kam ja erst noch. Nämlich der auf die Funktionalität.

Zunächst einmal stellte ich fest, dass immerhin alle benötigten Kabel mit dabei waren. Der USB Kabel mit Mini-USB-Port für die Stromversorgung, sowie der Klinkenstecker für den Soundtransport vom Laptop zu den Speakern. Zufrieden stöpselte ich die Lautsprecher an und überlegte mir, mit welchem Sound ich die Lautsprecher denn testen wollte und entschied mich für das erste Video, was mir bei YouTube vorgeschlagen wurde. Auf volle Lautstärke spielte ich den Song ab und im ersten Schock wurde aus dem leiser stellen dann das komplette Muten. Der Bass dröhnte richtig übel und auch der sonstige Sound wirkte stark verzerrt. Schade eigentlich, denn laut genug, für angenehmes Filme gucken auf dem Laptop, wäre dieser Portable Speaker allemal gewesen.

Lautsprecher Pulse türkis

Lautsprecher Pulse türkis by Janna Stroink

Und so wurde also leider aus meinem Schnäppchen dann doch ein Reinfall. Wenn man den Sound nicht so stark aufdreht, kann man den Lautsprecher bestimmt noch ganz gut nutzen, aber für den eigentlichen Gebrauch, den ich diesem Ding vorgesehen hatte, ist es leider doch nicht nutzbar. Schade eigentlich, aber gut, für den Preis im Technikbereich etwas anständiges zu erwarten, war mit Sicherheit töricht und naiv, aber so muss eben jeder einmal sein Lehrgeld bezahlen.

Für die Zukunft heißt es für mich also definitiv, die Schnäppchen in den Bereichen zu schießen, in denen ich es bisher auch getan habe: Bei Putzmitteln und Co., wo ich die Preise immer vorher vergleiche. Denn dann ist sparen eindeutig möglich! Aber vom Technikbereich werde ich ab sofort die Finger lassen!

Und falls sich doch jemand diese Lautsprecherchen zulegen möchte:
Kann dieses Schnäppchen auch im Internet schießen

Alternativ gibt es auch teurere Varianten, die mit Sicherheit mehr Spaß bereiten:
X-Mi X Mini II Capsule-Lautsprecher der 2. Generation für iPhone / iPad 2/3 / iPod / MP3 / Laptop – Blau

Urheberrecht by Janna Stroink

Zickenzeit: Die leidige Sache mit dem Urheberrecht

Mittlerweile ist es tatsächlich in aller Munde, das Urheberrecht! Und damit natürlich auch das zugehörige Gesetz. Bei den Meisten stößt es jedoch auf Widerstand und Unverständnis, auch wenn einen dieses Unverständnis und der Widerwille ein Gesetz zu akzeptieren und zu befolgen schnell mal tausende von Euro kosten kann.

Hexe

Hexe by Ta Moe

Ein Foto hier, ein Foto da, dazwischen mal ein Song, welcher GEMA geschützt ist, noch ein Foto und… ach… das nehmen wir auch noch dazu! Und schwupps haben wir ein neues Video für YouTube oder Instagram gebastelt. Der Ersteller dieses Videos ist stolz und läd sein Werk natürlich sofort auf YouTube hoch, verlinkt es bei Facebook, Twitter, Google+ und allen anderen Social Media Plattformen, die in irgendeiner Form von ihm genutzt werden. Er freut sich über all die Likes und Klicks, die Brust schwillt immer stolzer an.

Doch dann der Schock. Unter dem vermeintlich grandiosesten Video seit Gründung der YouTube-Geschichte, erscheint ein Post als Kommentar direkt unter dem Video. Irgend so ein dahergelaufener irgendwas schreibt da drunter, dass man sein Bild verwendet habe und man es bitte löschen solle, da er eine Verwendung seines Fotos nicht wünscht? Pah, darauf wird schnell geantwortet: Das hab ich von Google! Das kann gar nicht deins sein! Und selbst wenn, dann hast du es bei Google hochgeladen und dann darf das jeder benutzen!

Und genau hier fängt es plötzlich an zu haken. Der eigentliche Urheber denkt sich nur ein kurzes „WTF???“ und wird an dieser Stelle auf Grund dieser Antwort entweder noch einmal antworten, oder aber direkt seinen Anwalt einschalten, der sich dann um Weiteres kümmern kann. Und so nimmt das Unheil plötzlich seinen Lauf.

Der Ersteller des Videos ist immer noch stolz auf sein Werk und verbreitet es nachhaltig weiter im Internet. Bis plötzlich der Brief ins Haus flattert. Er wird gelesen und gelesen und die Farbe weicht aus dem Gesicht. Schnell wird der Brief zu den Eltern ein Stockwerk tiefer gebracht, die diesen ebenfalls lesen und statt immer weiter zu erblassen, steigt ihnen eine gewisse Zornesröte ins Gesicht. Dann die donnernde Frage: Eine Unterlassungserklärung? Und dann sollen wir auch noch 12.000,00 Euro bezahlen? Wegen 2 (!!!) Fotos, die du in einem Video verwendet hast?

Hier unterbrechen wir jetzt einmal das fiktive Szenario und betrachten das ganze Konstrukt an sich. Wir haben hier einen Jugendlichen (könnte auch ein Erwachsener sein), der sich bei der Google Bildersuche wahllos Bilder runtergeladen hat. Soweit noch nichts Verwerfliches, denn für den privaten Gebrauch ist das vollkommen erlaubt und stellt bis dahin keinerlei rechtliche Hürde dar. Kritisch wird es aber auch hier schon in einem Punkt: Der User denkt, alle Bilder von Google (oder anderen Portalen) wären direkt bei Google hochgeladen, sind damit frei von Rechten der Urheber/Dritter und absolut frei in der weiteren Nutzung.

Und hier fangen wir einmal mit dem Erklärungsansatz an. Im Falle von Google handelt es sich um eine Suchmaschine. Google ist weder Fotograf, noch Inhaber irgendwelcher Bildrechte, Google durchsucht lediglich das Internet nach Bildern auf Webseiten, in Foren, auf Facebook usw. und stellt diese in einer Ergebnissammlung grafisch für den User aufbereitet auf ihrer Seite dar. Natürlich inklusive der Verlinkung zu der jeweiligen Seite, die dahinter liegt, denn klickt man das Bild an, landet man genau dort. Im Übrigen weist Google sogar darauf hin, dass die Bilder eventuell urheberrechtlich geschützt sind. Somit wird die Verantwortung für etwaige Fehlnutzung dann an den User weitergegeben. Er wurde ja schließlich darauf hingewiesen.

Zurück im Text. Bis hierher ist ja rein rechtlich noch gar nichts passiert, was den Anwalt des Urhebers auf den Plan hätte rufen können. Jedoch in dem Moment, wo der unbedachte Videoersteller hin geht und die Bilder in einem Video verarbeitet, verstößt er gegen das Urheberrechtsgesetz. Er darf, ohne eine schriftliche Genehmigung des Urheberrechtsinhabers, welches in der Regel der ursprüngliche Fotograf eines Fotos ist, dieses Bild nicht verwenden. Zumindest nicht unter der Prämisse, dass dieses Video in irgendeiner Form veröffentlicht oder verbreitet werden soll.

Dass dieses Video dann tatsächlich seinen Weg ins Internet findet, macht das Ganze nur noch schlimmer. Im angenommenen Fall hat ein User ein Video aus diversen Fotos, die er ‚von Google runtergeladen‘ hat erstellt und einen Song gewählt, der zudem eigentlich GEMA Gebühren kosten würde. Diese lassen wir für die weitere Betrachtung jedoch einmal außen vor, denn sonst würden wir hier gar kein Ende mehr finden. Bisher ist dem Videoersteller auch noch nichts passiert, denn sein Video hat noch keine Aufmerksamkeit eines Bildurhebers (oder der GEMA) geweckt.

Interessant wird es jedoch in dem Moment, wo ein Urheber sein Bild in dem Video (vielleicht sogar rein zufällig) entdeckt und dies dann auch noch bekannt gibt. Die Bekanntgabe wäre nicht einmal notwendig gewesen. Der Urheber hätte auch gleich seinen Anwalt einschalten können, der handelt. Aber da wir einfach mal annehmen (wollen), dass die meisten Urheber nett und nicht nur auf ihren Profit (durch das Einschalten des Anwalts) aus sind, hat er eben diesen Weg gewählt, dem Ersteller mitzuteilen, dass er nicht möchte, dass seine Bilder auf diese Weise genutzt werden und er dies bitte unterlassen möge.
Hier hätte der Ersteller nun die Wahl gehabt. Sofort zu reagieren und den Beitrag zu löschen, oder den Beitrag des Urhebers komplett zu ignorieren oder aber das, was unser fiktiver Charakter getan hat: Frech zu antworten. Bei Ersterem wäre nichts weiter passiert. Der Ersteller löscht sein Video, erkennt den Wunsch des Urhebers an und wenn er ganz einsichtig wäre, würde er sich in diesem Moment vielleicht sogar entschuldigen oder gar so mutig sein und sich vielleicht bei dem Urheber einmal darüber informieren, was es überhaupt ist: Das Urheberrechtsgesetz! Und vielleicht auch: Was bedeutet das für mich?

Sollte der Ersteller nun aber ersteren Weg ablehnen und einen der beiden Weiteren nutzen, bekommt er über lang oder kurz ein Problem. Der Urheber des Fotos kann über das Portal, auf dem sich das Video befindet die Löschung beantragen. Das wird in vielen Fällen auch gemacht. Auch hier, ohne weitere Konsequenzen, außer, dass der Portalbetreiber bei verdächtigen Konten, die so etwas häufiger machen, die Konten sperren kann und wird. Geht der Urheber jedoch hin und gibt die Angelegenheit an den Anwalt weiter, beginnt es für den Videoersteller ungemütlich zu werden.

Der Anwalt recherchiert und arbeitet im Hintergrund. Er sucht sich alle erforderlichen Informationen zusammen und hat tatsächlich das Recht sich über Portalbetreiber, Emailbetreiber, Serverinhaber usw. wegen dieser begangenen Straftat die Anschrift des Videoerstellers zu erfragen und im Extremfall gar zu erklagen. Und so kommt es dann, dass plötzlich so ein netter Brief ins Haus flattert. Vom Anwalt. Mit einer Unterlassungserklärung und einer zugehörigen Rechnung über die nicht Erlaubte Nutzung eines urheberrechtlich geschützten Bildes.

Die Summen können hier variieren, je nachdem, was der Anwalt mit seinem Klienten ausgemacht hat. Allerdings ist die angegebene Summe von 12.000,00 Euro für 2 Bilder nicht unrealistisch, denn die Summe 6.000,00 Euro wurde derzeit als maximaler Fixbetrag für die unerlaubte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke des Fotografiebereiches festgesetzt, wobei sich dies aber unter Umständen mit dem nächsten Gerichtsurteil wieder verändern kann. Jedoch nur in eine Richtung: Nach oben!

In unserem fiktiven Fall haben wir noch eine weitere Besonderheit. Unser User ist noch Minderjährig. Er wohnt noch bei den Eltern und hofft natürlich, dass diese ihn daraus boxen oder aber das Ganze irgendwie übernehmen. Faktisch auch zunächst einmal korrekt. Die Eltern haften augenscheinlich erst einmal für ihre Kinder. Sind diese jedoch über 14, kann hier die Zahlungspflicht und auch die Unterlassungserklärung auf das Kind persönlich abgewälz werden, was in der Regel viele Anwälte sogar raten. Mit der einfachen Aussage: „Wir haben unser Kind über die Rechte und Pflichten im Internet aufgeklärt!“ haben die Eltern nachgewiesen, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind und alle aus dem Anwaltsschreiben folgenden Zahlungen und sonstige rechtliche Forderungen, werden komplett auf das Kind übertragen. Die Eltern sind damit raus. Und mit viel Pech, verfolgt einen diese kleine Unachtsamkeit unter Umständen ein Leben lang, wenn man als Videoersteller für ein einfaches, dummes 3-Minutenvideo plötzlich einen riesigen Berg an Schulden abbezahlen muss.

In diesem Sinne kann und will ich einfach einmal an jeden Einzelnen da draußen appellieren: Informiert euch, bevor ihr hinterher in Schwierigkeiten geratet! Nehmt einen Rat von jemandem an, der euch eigentlich nichts Böses will, sondern versucht euch über geltendes Recht aufzuklären!
Denn: Ich habe das nicht gewusst! ist keine Ausrede. Wir leben in einem Land mit Gesetzen und hier gilt ganz klar, dass auch Unwissenheit vor Strafe nicht schützt. Denn jeder hat die Möglichkeit sich zu informieren – gerade, wenn er das Internet und insbesondere Google auch für andere Dinge nutzen kann!

Nützlich könnten zur Information die folgenden Links sein:
https://www.google.de/#q=urheberrechtsgesetz
https://www.google.de/#q=urheberrecht+foto
http://sheepworld.de/copyright/

Instagram

Zickenzeit: Instagram als Social Network?

Instagram ist mittlerweile ein viel genutzter Begriff unter passionierten Usern von Smartphone und Internet geworden. Diese Form des Social Media Teils wird heute zu vielen Zwecken genutzt, wenn doch auch kaum zu dem, zu dem es eigentlich geschaffen wurde…

Hexe

Hexe by Ta Moe

Ein Instagram Account ist schnell erstellt. Mit dem Smartphone wird in dem entsprechenden Store schnell die kostenlose App heruntergeladen und unter Angabe der Emaialdresse wird in windeseile ein eigenes Konto erschaffen. Schnell noch ein Häkchen gesetzt bei dem auploppenden Kästchen zum Thema Urheberrecht. Braucht ja eh keiner. Das Internet ist ja rechtsfreier Raum (Achtung, Ironie! Lest hierzu auch unseren Artikel zum Thema Urheberrecht). Hier und da noch eine Einstellung und die Frage: Mache ich meinen Account lieber öffentlich, oder privat? Und dann auch noch schnell die verknüpften Facebookfreunde als die ersten Follower eingeladen – mehr kommen ja eh von alleine – und dann kann auch schon gepostet werden, was das Zeug hält.

Für manche ist Instagram insbesondere eins: Die Erweiterung ihres persönlichen Bad Mood Tickers. Wo Facebook,Twitter, G+ und Co. nicht mehr reichen, muss hier etwas Neues her. Eine ganz neue Form, um der Welt mitzuteilen, wie schlecht es einem geht, wie arm man dran ist und dass es ja keinen Menschen auf der Welt gibt, bei dem alles so schlimm ist, wie bei einem selbst. Einen passenden Text dazu hat man schon im Kopf, muss nur noch ein Foto her. Ohne geht es ja nicht bei Instagram. Also wird schnell eins aufgenommen oder rausgesucht. Am besten eines, was die Stimmung Einsamkeit gut herüber bringt.

Vielleicht ein Blick in die Ferne? Ohne eine Menschenseele auf dem Bild? Perfekt. Fernweh und Einsamkeit, das muss es sein! Das Bild wird noch schnell bearbeitet, denn da bietet Instagram tolle Vorlagen und am Ende hat das Bild genau die gewünschte Stimmung, um den Text hinzuzufügen. Dieser ist schnell geschrieben, egal ob auf Deutsch, Englisch, Denglisch oder wahlweise einfach Googleübersetzer oder einfach nur schlechtem Englisch. Verlinkt wird natürlich niemand! Schließlich will man ja mit diesem Bild die Einsamkeit und alles schlechte auf der Welt darstellen. Egal wie, hier zählt nur eines: Die Menschheit kann an dem täglichen Bad Mood Ticker teilhaben – mit Bildern! Und im Idealfall sammeln sich dann haufenweise Kommentare von den nicht verlinkten Freunden, oder Fremden unter diesem Bild, die einen darin bestärken: Du Armes! Nein, das hast du nicht verdient! Oh, schlimme Welt! Oder… oder… oder…
Nah dran am Bad Mood Ticker ist die Verwendung von Instagram als Tagebuch. Ein Tagebuch, wo ebenfalls die Welt wieder dran teilhaben kann. Diesmal aber genau „the other way round“, denn hier werden Bilder herausgekramt, wo man doch besonders viel zu erzählen kann und im besten Falle Eindruck schinden kann bei den Followern, die man über die Zeit so angesammelt hat. Pikant an dieser Form des Tagebuchs ist, dass die Meisten Profile hierbei öffentlich sind und so wirklich jeder Hintz und Kuntz lesen kann, mit was für grandiosen Erlebnissen man das Leben so garniert. Dass diese zum Teil maßlos übertrieben werden… nun, das gehört einfach dazu in der Höher, Schneller, Besser Gesellschaft, in der wir leben. Markenzeichen bei der Tagebuchverwendung ist übrigens in diesem Falle die Erzählungen in Muttersprache zu verfassen. Eher selten gelesen werden hier die Versuche auf Englisch, Denglisch und Co. Ach ja, Mischungen aus Bad Mood Ticker und Tagebuch gefällig? Kein Problem, auch so etwas gibt es in der großen Welt von Instagram!

Die nächsten Accounts sind im Übrigen nicht ganz zweckentfremdet. Denn hier werden nun Fanfictions geschrieben. Ihr wisst schon, diese selbst geschriebenen Geschichten, in denen die Stars eine Hauptrolle spielen und meist auch der ein oder andere eigene Charakter auftaucht. Wie gut oder schlecht sie geschrieben sind und wie viele Rechtschreibfehler man an der Handytastatur dabei einbaut, ist hierbei vollkommen egal. Hauptsache die Fanfiction wird gelesen und im Idealfall vielfach mit gleich vielen oder wenigen Rechtschreibfehlern kommentiert, was das Zeug hält. Ach ja! Die Likes nicht zu vergessen! Denn oft werden die kurzen Geschichtenteile dann beendet mit „Bei XY Followern“, „XY Likes“ oder „XY Kommis“ geht es weiter. XY steht hier im Übrigen für die beliebig variierende Zahl, die hier von dem Accountinhaber eingesetzt wird, um seine Leser zur Interaktion zu nötigen. Und sein wir mal ehrlich, wirklich richtig gute Geschichten gibt es bei Instagram echt wenige. Da muss man dann schon eher auf eines der einschlägigen Fanfiktion-Portale wechseln. Dort gibt es zwar auch genau so viel durchschnittliches und unterdurchschnittliches Geschreibsel, aber eben auch bedeutend mehr überdurchschnittliches!

Beliebt sind Fanfictions auch als Bestandteil der sogenannten Fanaccounts. Und hier wird es nun richtig interessant. Denn Fanaccounts sprießen aus dem Boden, wie Unkraut und das nur zu einem Zweck: Höher, Schneller, Weiter als jeder andere! Jeder Account lechzt nach den Meisten Followern, den meisten Likes auf Bilder und die Meisten Kommentare. Dabei ist es herzlich egal, dass die Bilder zumeist einem Sammelsurium urheberrechtsverletzender Bilder besteht, die fröhlich überall, wo es Bilder in der weiten Welt des Internets zu finden gibt, zusammengesucht werden. Hauptsache man hat als Allerallererstigster (ja, ich verwende bewusst eine falsche Übersteigerung des Wortes Erster!) das gerade eben von seinem Star gepostete Bild gerepostet! Hauptsache man hat die einzigartigsten und besten Fotos bei Google und Co. gefunden und postet diese auf seinem Account. Am besten noch mit dem eigenen Copyrightzeichen drauf, damit es auch keiner repostet – auf den Sinn und Unsinn dieser Rechtswidrigkeit mag ich dann mal nicht näher eingehen. Und so wird aus dem Betreiben eines Instagram Fanaccounts mittlerweile ein Wettbewerb, in dem es nur darum geht, besser im Bilderklauen zu sein, als alle anderen. Dass damit in einer Tour gegen die Gemeinschaftsrichtlinien von Instagram verstoßen wird, interessiert hier keinen. Außer vielleicht die Rechteinhaber der Fotos, die sich eine goldene Nase an den Fanaccounts verdienen würden und vielleicht sogar werden, wenn es zu einer Abmahnwelle kommen sollte. Wir werden diese Entwicklung auch weiterhin mit Sorge beobachten und am besten schon mal die Ohrstöpsel bereit halten, wenn wirklich irgendwann abgemahnt und Geld kassiert wird, damit wir die entsetzten Schreie von Accountinhabern und bei Minderjährigen auch von deren Eltern abfedern zu können.

Und ganz zum Schluss schreibe ich nun auch tatsächlich noch darüber, wozu Instagram eigentlich wirklich geschaffen wurde. Kaum zu glauben, aber wahr, denn die kleine App hatte tatsächlich einmal einen Zweck, welcher durch die vorab genannten Veränderungen jedoch leider fast gänzlich in den Hintergrund gerückt ist und die Community nur noch im Verhältnis wenige Accounts aufweist, die diesen Zweck verfolgen. Denn ursprünglich war Instagram eins: Eine Plattform zur Präsentation seiner Smartphone-Fotos, die gleichsam Profifotografen, wie auch die passionierten Hobby- und Freizeitfotografen nutzen konnten, um den Menschen Einblicke in die eigenen (Thema Urheberrecht) ganz höchstpersönlich selbst geschossenen Fotos zu geben und diese mit zwei, drei, vier Sätzen zu beschreiben und vielleicht noch mit anwesende Personen zu verlinken. Eine eigentlich sinnvolle und gleichsam simple Aufgabe, die diese Handy-App ursprünglich zu erfüllen hatte und die durch die Zweckentfremdung der meisten Nutzer nun gar nicht mehr so simpel ist und aus Instagram nun doch ein weiteres großes Social Media Portal gemacht hat. Schlicht, aber gänzlich überspitzt gesagt: Die Entwicklung von der Handy-App bis zur Übernahme der Weltherrschaft!

Und weil es so schön ist, gebe ich euch allen gerne noch einen Link mit an die Hand, wo Instagram selbst öffentlich schreibt, was auf dem Portal erlaubt ist und was nicht:
https://help.instagram.com/477434105621119

Ohrwurm

Zickenzeit: Hallo, ich bin dein Ohrwurm!

Sie singen, sie summen, sie murmeln, sie tanzen – Menschen mit Ohrwurm. Aber was ist das eigentlich, so ein Ohrwurm? Ein Wurm, der in unserem Ohr sitzt und die ganze Zeit ein Lied vor sich hin trällert? Könnte man meinen, aber die Wahrheit ist so viel einfacher.

Hexe

Hexe by Ta Moe

In der modernen Musik und den Werbemedien wird darauf gesetzt: Musik, die so eindringlich ist, Melodien, die sich so in den Köpfen der Menschen festsetzen, dass sie zum Ohrwurm werden. Und damit ist es schon ganz schnell erklärt. Ein Ohrwurm ist nicht mehr und nicht weniger, als ein einfaches Lied eines Künstlers, welches schlichtweg so merkfähig ist, dass er den Menschen im Ohr bleibt und sich dort festgesetzt hat.

Und absolut jeder hat sie. Klein, groß, alt, jung, Mann oder Frau. Ganz egal, jeder hatte mindestens schon einmal in seinem Leben einen Ohrwurm. Ob es die „Haribo…“ und so weiter Melodie ist, die einem den ganzen Tag im Ohr herum schwirrt, oder das „Rockadockadongdong“ einer isländischen Sängerin, es lässt einen über Stunden, manchmal sogar Tage nicht mehr los.

Fast pausenlos singt man in Gedanken vor sich hin, oder es artet sogar so aus, dass man singend, summend, brummend, vor sich hin murmelnd, oder wie auch immer, seine Umwelt an diesem einen Song teilhaben lässt, der so eindringlich ist. Nicht selten hat man die Umwelt schnell angesteckt und besonders Melodien, die nach einer gewissen Zeit den Status „nervtötend“ erreicht haben, halten sich besonders hartnäckig. Manchmal reicht es sogar aus, dass man nur ein Wort sagt und ZACK ist er da: Der Ohrwurm.

Für manche belustigend, andere finden es nervig. Jeder erlebt seinen Ohrwurm anders. Und natürlich kommt es auch immer auf den Ohrwurm an sich an. Ist es ein Lied der Lieblingsband, so ist es für die Meisten weniger dramatisch, als wenn es sich um einen Song handelt, den man sowieso eigentlich schon gar nicht so gerne mag oder gar noch schlimmer.

Und wie wird man so etwas wieder los? Eine Frage, die sich wohl viele stellen. Als Antworten darauf gibt es häufig: „Ich singe einfach etwas anderes!“ zu hören. Oder aber direkt der Vorschlag: „Ich singe dann Hänschen klein!“ Das Problem an dieser Sache ist allerdings, dass unser Gehirn sich damit gar nicht so einfach hinter das Licht führen lässt. Denn oft wird aus dem simplen Hänschen klein plötzlich ein Rockadockadongong klein mit Haribo Melodie, die einen dann noch mehr in seinen Bann zieht, als das ursprüngliche Original.

Mein persönlicher Tipp lautet da: Music on, world off! Ich höre einfach etwas anderes, schmeiße meine Lieblings-CD in den Spieler und los geht’s. Es wird mitgesungen, mitgetanzt und schon bald ist der lästige Ohrwurm verschwunden. Ist das gerade nicht möglich, lasse ich den Ohrwurm Ohrwurm sein, lebe damit und sobald ich kann, wird dann Teil 1 meines Tipps umgesetzt.

Was habt ihr so für Ohrwürmer? Oder habt ihr sogar Tipps, wie man die lästigen Viecher” loswerden kann? Lasst uns über die Kommentare daran teilhaben! Wir freuen uns über alle Erlebnisse und Ideen!

Samu Haber

Zickenzeit: Fan sein ist nicht mehr genug

Herzlich Willkommen im oberen Bereich der Karriereleiter.
Ich will hier nicht über teure Hotels, schnelle Autos und das große Geld schreiben, sondern über etwas, das für Künstler das Schönste ist, aber auch zum größten Albtraum werden kann: der Fan.

Wenn man im Internet guckt, gibt es da die verschiedenen Beschreibungen und Abstufungen. Aufmerksam bin ich auf die lateinische und englische Übersetzungen geworden.
Fanaticus – von der Gottheit ergriffen, in rasende Begeisterung versetzt
fanatic: eifernd, sich rücksichtslos einsetzend, schwärmerisch
Wenn man sich in einer sogenannten Fanbase von einer Band bewegt bekommt man die verschiedenen Arten von Fans mit.
Seit einigen Monaten gestaltet sich das Fansein bei Sunrise Avenue immer schwieriger. Es wird immer professioneller, unpersönlicher, größer und teurer. Man merkt den Erfolg in allen Bereichen, auch bei der Band und den Fans. Das soll hier auch nicht so rüber kommen, als hätte der Erfolg nur schlechtes mit sich gebracht oder ich würde es ihnen nicht gönnen. Vielleicht würde es Sunrise Avenue ohne diesen The Voice Schubs so nicht mehr geben.
Ich will das eben nur etwas einschränken. Ich gönne ihnen alles Schöne und vor allem alles was sie sich gewünscht haben und was sie glücklich macht. Und es heißt ja immer so schön, Geld alleine macht nicht glücklich. Inzwischen haben sie mehr Verantwortung und müssen sich mehr Regeln und Vorgaben unterwerfen. Das lockere und vielleicht manchmal unbedachte und unbeschwerte Verhalten und Denken ist weg. Es kommen neue Fans dazu, es gehen alte Fans und die ehemalig eher kleine Sunrise Familie teilt sich nun in verschiedene Gruppen und Arten ein.
Plötzlich heißen „wir“ Fans Sunriser und auch jedes Sunrise Avenue Mitglied hat seine ganz eigens betitelte Fangruppe. Die meist neue Fangeneration ist mit Kreativität und Eifer bei der Sache sich da neue Namen auszudenken.
Ich persönlich betitele mich gerne einfach nur als Fan, da ich keine Bezeichnung a la Justin Bieber oder 1D für das Fansein dieser Gruppe brauche. Im Moment sieht es so aus, als würde jede noch so kleine Gemeinschaft von Fans, die sich befreunden eine Betitelung brauchen und diese auch immer wieder stolz als Hashtag, Bezeichnung und Erwähnung präsentieren. Erstaunlicherweise ist das völlig Alternsunabhängig. Ich hatte kurz überlegt, die „Gruppen“ hier auch zu nennen, aber ich denke es wissen alle wer gemeint ist.
Klar gibt es auch genügend tolle Dinge, sonst würde man ja nicht dabei bleiben und die Band weiterhin unterstützen, eigentlich egal was noch kommt. Dafür zieht man einfach so viel positives aus der Musik, den Erlebnissen und ist mit Herz und Seele dabei.
Bei einigen geht es schon lange nicht mehr nur um die Musik, die Konzerte und den Spaß an der Sache. Ob es jemals da drum ging ist fraglich, da sie den Sänger oder die Band nicht durch die Musik kennen gelernt haben sondern über eine Tv Show. Damit meine ich jedoch nicht, alle Fans die wegen Tvog auf Sunrise Avenue aufmerksam geworden sind und die einfach nur ihr Fansein auf normale Art (was auch Ermessenssache ist) genießen.
Es geht um das beste Foto oder Selfie, das schönste Autogramm, die beste Story mit und / oder von der Band oder einzelnen Mitgliedern und den geheimsten Insider (bei dem man Andeutungen macht, aber ja nicht genau erzählt worum es geht). Eine ursprünglich nur für eigene Fotos ausgelegte Plattform wird zum Tagebuch, als Newsticker, Meinungsaustausch und Meinungsverbreitung benutzt. Es werden private Dinge erzählt und Bilder geteilt mit denen man die höchstmögliche Likeanzahl und Aufmerksamkeit bekommt. Ganz egal woher die Bilder kommen und wie wahr die Geschichten sind.
Wann man den hübschen Kerl aus der Band zufällig getroffen hat oder wo geplant gewartet wurde, wird auch verschwiegen. Das mag mehrere Gründe haben. Zum einen ist man inzwischen sofort ein Stalker, wenn man ein Bild mit dem Künstler postet oder bei einer Veranstaltung auf das Glück einer Begegnung hofft. Selbst die Fans, die früh vor einem normalen Konzerteinlass warten, wollen nichts anderes als zu stalken und ihren Lieblingen auflauern. Was natürlich nicht stimmt, aber eben gesagt wird.
Zum anderen will man seine Chance auf ein Foto, Gespräch oder Autogramm durch zu viele andere Fans nicht schmälern. Das „Jeder ist sich selbst der Nächste“ wird ohne schlechtes Gewissen durchgezogen und auch Neid und Missgunst wird unter den Fans immer deutlicher.
Gerüchte und Vorurteile sind an der Tagesordnung. Es sind eh immer die gleichen Fans, die sich prügeln, sich schlecht benehmen, Kinder schubsen, ihren Platz mit Gewalt verteidigen, unfreundlich sind, sich aufführen als würde die Band nur ihnen gehören und mit denen es nur schlechte Erfahrungen gab.
Es sind immer die gleichen Fans, die schon von der Band gehasst werden, weil diese keinen Bock mehr haben immer die gleichen zu sehen. Wer genau? Na die (mit Beleidigungen wird hier, meist unbekannter Weise, auch nicht gespart) aus der ersten Reihe, die immer da sind und auch schon früh am Einlass warten. Wenn man aber genauer nachfragt, sind es die doch nicht wirklich, es ist nur weil man mal gehört oder erzählt bekommen hat dass da mal wer was erlebt hat mit jemanden der mal recht weit vorne gewartet hat.
Die Worte Stalker und stalken sind derzeit in aller Munde. Jeder Fan der mal am Flughafen oder Hotel auftaucht ist sofort ein Stalker.
Sogar bei einer zugänglichen Veranstaltung / einem Auftritt (Radio, Tv) die zum Job des Künstlers gehören, ist man ein Stalker. Aber mal ehrlich, was ist daran so schlimm? Wenn der Künstler im Rahmen seiner täglichen Arbeitszeit noch Autogramme gibt und Fotos macht, was ja auch ein bisschen dazu gehört? Wenn er das nicht will, kann er auch „Nein.“ sagen.
Egal ob es das erste oder dritte Mal ist, es wird immer gesagt:
Es sind ja immer die selben (die beleidigenden Worte die da teilweise benutzt werden spare ich mir hier) die da sind. Vielleicht mag das bei den meisten Treffen sogar stimmen, aber das macht noch niemanden zum Stalker.
Das geht nämlich weit über das Auftauchen am Flughafen und Hotel hinaus, da die meisten einfach nur ihr Foto und Autogramm wollen und damit zufrieden sind. Alle sind immer so wild, das beste, schönste und seltenste Bild zu finden aber beim Thema Stalken und Copyright werden die flinken Finger und wachen Augen plötzlich müde.
Das Foto mit dem Mitglied der Band bedeutet den Fans im Moment so viel, vor allem da die Band nach den Konzerten nicht mehr nach draußen kommt und es kaum Möglichkeiten gibt das Wunschselfie zu bekommen. Würde sich das ändern, wenn es bessere Möglichkeiten gäbe, seine Idole zu treffen? Man weiß es nicht. Ob das alles jetzt so richtig ist, bleibt jedem selbst überlassen, aber ich denke solange niemand die Mitglieder der Band belästigt, nervt oder sich daneben benimmt ist das noch im Rahmen des erträglichen.
Wenn man mal hinter das, allzeit immer weder erwähnte, attraktive Äußere guckt, merkt man den tollen Selfies auch an mit wie viel Freude und Lust dieses fotografiert wurde. Aber mal ehrlich, wie vielen kümmert das noch?
Der Satz ‚Ich liebe dich‘, wird benutzt wie das gute alte ‚Wie geht es dir‘ und jeder Fan wird plötzlich zum Moralapostel wenn sich einer daneben benommen hat. Um diese Empörung zum Ausdruck zu bringen, wird sich sprachlich aus der Gosse bedient und soziale Netzwerke dazu benutzt gefühlte 100-fach das gleiche Bild mit einer wichtigen Botschaft zu posten. Was man als ‚echter‘ Fan der Band natürlich machen muss. Es werden kreative Hashtags kreiert und egal was man wo, wie oft sagt und postet, es wird nie vergessen den armen Star immer wieder zu markieren und zu erwähnen. Ob der jenige nach der dreißigsten und vierzigsten unsinnigen Markierung nicht eher Lust hat, das Handy aus dem Fenster zu werfen erscheint mir wahrscheinlicher, als wenn das bei ihm ein gutes Gefühl herbeiruft.
Vielleicht ist man aber einer der wenigen Fanaccounts, bei dem dann zufällig das so sehr ersehnte Like getätigt wird. Dann hat man mit zarten 14 Jahren seinen größten Wunsch erfüllt bekommen und muss sich nun überlegen wie das Leben weiter gehen soll. Schule? Freunde, Familie und Dinge aus dem real life? Könnte man sich wieder drauf konzentrieren, aber hey – vielleicht kann man ja sogar ein zweites Like bekommen?!
Ich will die erwachsenen Damen aus dieser Sache nicht raus nehmen, bei denen wundere ich mich eher über andere Sachen. Dass minderjährige sich noch nicht so mit dem Copyrightgesetz auskennen oder ein bisschen zum Fangirl werden, kann man ja fast noch verstehen, aber wie ist das mit Fans die älter sind? Die sich benehmen wie frisch verknallt, Aufmerksamkeitsheischend alle Möglichkeiten der Beachtung ausprobieren, die Realität gerne mal ausblenden und das alles oft sogar noch schlimmer als die jungen Fans. Denen man ihr Alter nur durch ein eher peinliches Selfie irgendwo zwischen geklauten Bildern ansieht, die oft selbst Kinder haben und die man bei dem ganzen Fanwahnsinn nicht wirklich als Vorbild nehmen kann. Und bevor es jetzt wieder einen Aufschrei der hier beschriebenen Fan oder Altersgruppen gibt: Es braucht sich niemand angesprochen fühlen, der zu dieser Beschreibung nicht passt, denn es handelt sich nicht um eine Verallgemeinerung.
Die Fans der Band sind auch ständig in Sorge und immer wieder der Meinung, zu wissen was für die Mitglieder jenseits der 30 am besten ist. Da wird jedes Wort analysiert, man fühlt sich angesprochen, auch wenn man gar nicht gemeint ist und es geht ein Aufschrei durch die sozialen Netzwerke, wenn sich der Künstler mal erdreistet seine Meinung zu sagen. Also seine (!) Meinung so wie er es eben sieht, mit eigenen Worten und nicht wie es sich für die Fanohren am angenehmsten anhört. Bei so etwas wollen die Fans doch immer noch in Watte gepackt werden, wollen nichts böses hören und Ironie ist sowieso verboten.
Ich bewunderte alle Menschen wirklich, die nach 4 oder 5 Stunden Schlaf ganz früh morgens frisch und ausgeruht aussehen. Besonders, wenn sie schon älter als 30 sind. Zugegeben, mit unter 20 hatte ich damit auch meistens kein Problem, aber logisches Denken setzt bei vielen schnell aus, wenn es um den geliebten Star geht. Aber unser Künstler, der sonst so gut aussieht, ist natürlich alterslos und wenn er morgens müde aussieht ist der nicht einfach nur müde. Nein… die müden Augen und die Falten um diese erschrecken die Fans nahezu ganz arg. Dann ist er nämlich depressiv, traurig, fertig, braucht dringend Urlaub, hat geweint und ja… da sind bestimmt noch einige Beschreibungen die mir jetzt nur nicht einfallen.
Was ist mit einigen Fans bloß passiert? Kann man nicht zufrieden sein, die Musik zu hören, die Konzerte zu besuchen, das anzunehmen was gegeben und geboten wird und einfach glücklich damit sein? Bisher war es immer so, wenn der Terminplan es erlaubte und das Umfeld passte, wurde sich auch Zeit für die Fans genommen.
Wenn wir mal wirklich drüber nachdenken und es auch zugeben, dann gibt uns die Band mit der Musik, den Auftritten und mit dem Verhalten uns gegenüber so viel. Es reden immer alle davon, wie viel sich verbessert hat seit sie Fan sind, wie sehr sie die Musik berührt und beeinflusst und nicht selten wird das Wort Lifesaver benutzt. Die Band hilft das graue Leben ein wenig bunter zu gestalten, man findet Freunde, Halt in der Musik und es macht einfach Spaß sie zu unterstützen und ein bisschen was zurück zu geben was man von ihnen bekommt.
Wo ist der Respekt und Anstand geblieben? Das Unrechtsbewusstsein, das achten der Privatsphäre und der Persönlichkeitsrechte? Was versprechen sich die Fans, wenn sie handgreiflich werden, die Künstler ungewollt anfassen, wirklich zum Stalker werden und einfach kein Nein akzeptieren? Wenn sie den Star bedrängen, sich in den Weg stellen damit er nicht vorbei kommt, das wegfahrende Auto verfolgen oder stoppen, ihn in privaten Situationen stören und sich immer wieder aufdrängen.
Alles das für ein Foto oder Autogramm? Denkt mal drüber nach… das alles für ein Foto oder Autogramm…
Denn zu mehr wird es nicht kommen und wer in so einer Situation ein Foto bekommt sollte sich einfach nur schämen. Glaubt ihr, mit so etwas bleibt man in positiver Erinnerung oder bewirkt etwas positives? Alles was in so einer Situation passiert ist gezwungen und nicht ehrlich.
Auch wenn einige meinen, genau DIESER Mann, wäre der Traummann und für einen geschaffen, ist das fern aller Realität. Nein, auch wenn er diesen Fan kennen lernen würde, wäre die Chance dass er sich genau in diese eine verliebt doch recht gering. Damit meine ich nicht das normale Schwärmen für einen Einzelnen oder verehren der Band und deren Mitglieder.
Macht man das um anzugeben? Aus Sammeltrieb? Weil es sich gut anfühlt?
Doch reicht es nicht, wenn man ein Foto hat. Denn dieses positive Hochgefühl vergeht und man möchte das gerne wieder haben. Ein Teufelskreis also, auch wenn der Künstler sich dabei unwohl fühlt.
Die meisten kommen mit diesem Gefühl wohl einigermaßen klar, können das trennen und haben nicht das starke Bedürfnis dieses Hochgefühl durch ein weiteres Treffen wieder zu erwecken. Die behalten dieses eine Erlebnis in guter Erinnerung und können das auch immer wieder aufwecken, wenn es sein muss. Die geben sich damit zufrieden, was sie haben und was gegeben wird.
Meistens hat sich nicht der Star verändert, auch wenn das natürlich gerne als Grund gesagt wird, sondern die Fans und das was sie fordern und erwarten. Natürlich wollen das die wenigen wahr haben und es wird oft gesagt ‚wie eingebildet und arrogant der Künstler doch geworden ist‘ oder ‚dass es nur noch um das Geld und den Erfolg geht‘, wenn er sein Essen nicht für das Foto unterbricht, nicht aus dem Auto aussteigt, nicht einen Zwischenstopp bei den wartenden Fans zwischen den Terminen macht oder ähnliches.
Leider hat genau dieses ganze Verhalten dazu geführt, dass die Band sich immer mehr abkapselt, die Privatsphäre schützen muss, nicht mehr viel preis gibt und es bald kaum noch Möglichkeiten gibt sie außerhalb der Konzerte mal ungezwungen zu treffen.
Ich bin traurig, fassungslos und komme aus den Kopf schütteln nicht mehr raus, wenn ich so beobachte was passiert und lese was manche schreiben. Alles was sich verändert hat ist so unglaublich schade und das kann ich sagen, weil ich es anders kenne. Ich kenne eine Band die gerne auf Fans zu geht, mit ihnen redet, gerne etwas von sich aus teilt und mit dem ganzen drum herum noch anders umgegangen ist. Klar gab es auch schon vor 2-3 Jahren Fans die ihre Grenzen nicht kannten, aber das war eben deutlich weniger und konnte noch gut abgefangen werden. Doch so wie es im Moment ist, kommt das garantiert nicht mehr wieder und wird wahrscheinlich nur noch schlimmer.
Wer sich übrigens von meinem Artikel, bzw von meiner Meinung angegriffen oder angesprochen fühlt, sollte sich genau überlegen warum.

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Samu Haber

Zickenzeit: Vom Fansein und fangirlen

Eigentlich kommen von den Konzerten von mir ja eher richtige Berichte, bei diesem habe ich mich entschlossen etwas anderes draus zu machen. Wenn ich nach Zahlen gehe ist dieses wohl mein 32. Konzert und das klingt für viele sicher nach einer ganzen Menge, bzw. halten mich einige für verrückt.

Mir war schon sehr lange klar, was die Band, die Musik dieser und die Menschen die seither um mich herum sind mir bedeuten. Wie viel es allerdings wirklich ist, wurde mir erst heute klar. Ich war schon ein paar Stunden in Halle, hatte eine Nacht mit wenig Schlaf hinter mir und saß im gefühlten Halbschlaf in meinem Stuhl. Da wurde meine Aufmerksamkeit von jemanden geweckt, der einen kleinen Bericht bzw. ein Interview vom MDR mit Samu vorlas. Plötzlich herrschte Stille bei allen, die um sie herum saßen. Hatte ich das grad richtig gehört? Sunrise Avenue machen nicht mehr weiter? Ungläubige und schockierte Gesichter starrten auf diese Person, es wurde nachgefragt und der Text immer und immer wieder gelesen.
Die Worte waren so eindeutig, so hart und irgendwie ehrlich. Sunrise Avenue legen eine Pause auf unbestimmte Zeit ein, es ist nicht klar wann und ob es weiter geht. Samus Worte klangen so nieder geschrieben einfach nur negativ und es tat weh das so zu lesen. Es dauerte nicht lange und die Meldung hatte die Runde gemacht. Insta, FB, PN´s, es wurde drüber geredet oder hier vor Ort auch grübelnd geschwiegen. Mit der Herausnahme des Interviews machte es der MDR dann auch nicht besser, die Meldung war bei den Fans angekommen.
Was uns nur noch mehr schockierte war dann die Änderung der Überschrift. „Sunrise Avenue legen eine Pause ein – Auf unbestimmte Zeit“ war nun:
„Sunrise Avenue geben Trennung bekannt“ und der Text hatte sich auch wieder leicht geändert.
Mein Handy stand nicht mehr still, überall sah man Posts, Kommentare und ich bekam Nachrichten. Es gab keine offizielle Meldung von der Band oder der Plattenfirma und viele versuchten das als Falschmeldung abzutun, wollten es nicht glauben und konnten es auch nicht glauben.
Die Stimmung hier vor Ort war gespalten. Einige sahen traurig aus, kämpften mit den Emotionen und Tränen, andere glaubten es einfach nicht, es wurde sogar von einigen gesagt, sie hätten es schon geahnt. Die Veröffentlichung des Best-of Albums hatte schon so einen faden Beigeschmack bei vielen gehabt und war oft der Vorbote für eine Bandpause oder eine Trennung. So als Abschluss…
Um das ganze Chaos perfekt zu machen, änderte MDR den Artikel erneut. „Sunrise Avenue geben Trennung auf unbestimmte Zeit bekannt“ Die Worte im Text waren ähnlich, es konnte weiterhin alles und nichts heißen. Wenn man die Situation bedenkt, in der sich die Band mit den Erfolg und den Fans im Moment befindet, wenn man Samu genauer beobachtet hatte, dann konnte es schon möglich sein.
Die Band, die bisher immer versucht hatte anders zu sein als andere, hatte sich mit dem Erfolg immer mehr verändert. Alles war größer geworden, sie haben sich angeglichen, haben sich Vorgaben und Regeln unterworfen und wurden immer mehr zu der Band die man präsentieren wollte und die man zeigen konnte. Gesehen hat man es besonders bei Samu, gemerkt hat man es auch an der Fannähe die plötzlich nicht mehr so da war. Outfits änderten sich, das Lächeln wirkte teilweise aufgesetzt und die Medien haben sich auf alles gestützt was es so zu berichten gab. Samu war plötzlich überall und er widersprach sich ständig, besonders Aussagen von früher wirkten nur noch wie heiße Luft.
Als ich vor einigen Jahren Fan wurde, hätte ich niemals gedacht wie sehr sich das noch verändern wird. Ich möchte fast behaupten und ich weiß wie das jetzt klingt, dass früher alles besser war. Angefangen hat es bei mir mit Sunrise Avenue im Jahre 2010 und ich bin diesem glücklichen Zufall immer noch dankbar. Richtig dabei bin ich aber erst oder schon (?) seit 2011. Irgendwie war es da viel entspannter und noch ein wenig familiärer als es jetzt ist. Inzwischen haben sich einige Fans dem neuen Hype von Sunrise Avenue abgewandt und sind einfach nicht mehr da.
Was hat sich geändert? Der Geheimtipp Sunrise Avenue ist an die Öffentlichkeit gekommen. Noch vor drei Jahren hat sich keiner so sehr für diese Band interessiert. Sie waren halt da, man konnte sie hören und gut ist. Wirklich im Gedächtnis sind sie da niemanden geblieben. Die Konzerte waren klein, die meisten kannten sich, mochten sich oder gingen sich einfach aus dem Weg. Nach den Konzerten konnte man die Jungs noch treffen und das alles war irgendwie besonders.
Doch dieser Zauber ist vorbei. Ja es gab schon zu der Zeit Menschen die sich nicht benehmen konnten und ja man hatte auch Streit und Stress mit einigen. Auch da gab es Fans die man nicht ausstehen konnte, welche die diese tolle Band auf Samu reduzierten oder sich für etwas besseres hielten. Das alles will ich gar nicht abstreiten.
Seit Samu bei The Voice ist, sind die schlimmeren Sachen mehr geworden und der Kontakt zu den Fans weniger. Einfach durch die Masse an neuen Fans (die teilweise wahnsinnige Ansprüche stellen), an Fans die vorher noch bei anderes Bands oder Sängern waren und plötzlich diesen blonden Mann im TV gesehen haben.
Diesen Mann, der sich nicht benimmt wie fast 40, der sympathisch wirkt und für einige sogar niedlich. Er überzeugt mit Charme, Witz und gutem Aussehen und weil er irgendwie anders ist. Ja das wussten wir vorher schon und haben ihn nicht da drauf reduziert.
Inzwischen ist aus diesem, wie soll ich es sagen, früher lockeren, fröhlichen, jugendlichen und eher unbeschwerten Jungen mit Träumen von der großen Welt ein Mann geworden der versucht in dieser neuen und harten Welt klar zu kommen, erwachsen zu sein und mit dem Erfolg professionell umzugehen. Ein Erfolg, den er so sicher nicht erwartet hat und der ihm vielleicht sogar überwältigt hat und ihm über den Kopf gestiegen ist. Leider hat er dabei viel verloren und viel dazu gelernt. Er kann inzwischen schauspielern, wenn auch nicht sehr gut oder nicht für jeden ersichtlich. Aber er wird besser, undurchsichtiger und schottet sich immer besser ab. Zum Schutz, zu seiner eigenen Sicherheit und der die um ihn herum leben. Bei ihm merkt man die Veränderung seit The Voice am meisten und das nicht nur rein Äußerlich. Man sieht es in seinen Augen, seinen Gesichtsausdrücken und seinem Lächeln bzw. Lachen. Sein Verhalten ist anders, er achtet drauf wie er wirkt und was er sagt, so was musste er früher nicht. Das sieht man aber nur, wenn man nicht den hübschen Kerl sieht, sondern auch mal genauer hinguckt.
Was haben wir jetzt? Wir haben eine Fanbase die selten so sehr gespalten war wie seitdem. Wir haben mehrere Gruppen, die sich eigene Namen geben. Wir haben Teenys, Samunatoren, frustrierte Hausfrauen, die Herzchenfrakion, alt Fans und neu Fans die plötzlich einen Namen für Sunrise Avenue Fans brauchen.
Die sich jetzt Sunriser nennen. Teilweise behaupten diese sogar, seit vielen Jahren Fan der Band zu sein, widersprechen sich so aber ständig mit ihrem Wissen und Aussagen. Manche sind schon ewig Fan, aber wenn man ihr Alter weiß, hätten sie noch Windeln angehabt, im Kindergarten Sandburgen gebaut oder gerade mal das ABC gelernt, wenn man mal genauer nachrechnet. Es gibt auch schon Fans der Band, da war Samu noch in Spanien und besonders denen gehört mein Respekt, da diese zu der Zeit bereits so wahnsinnig vorrausschauend waren.
Man kann sich die Kommentare unter den Bandbildern oder bei Samu schon gar nicht mehr antun. Früher entstanden lustige Gespräche unter den Bildern, heute liest man nur noch wie toll Samu ist, sieht lauter Herzchen, Liebeserklärungen, es wird sich gestritten und sich gegenseitig hochgeschaukelt. Samu wird überall markiert, sei es auf geklauten Bildern aus dem Internet, auf Selfies, oder in einer Collage wo sein Kopf auf einem Giraffenkörper ist (nur als Beispiel, da gibt es sehr viel mehr Spielraum).
Ich bin erschrocken über die Respektlosigkeit mancher Fans zu der Band, die sie angeblich lieben. Frage mich wo der Anstand mancher Leute ist, die peinliche, ekelige und unlustige Collagen, Spruchbilder usw. erstellen und die Mitglieder damit lächerlich machen und irgendwie meiner Meinung nach bloß stellen. Das Internet vergisst nichts, die Bilder sind und bleiben da.
Sie werden verfolgt, es wird ihnen aufgelauert, sie müssen überall präsent sein, immer Lächeln und gute Laune haben. Alle die etwas dagegen sagen, sie vielleicht sogar als Menschen sehen, haben nicht verstanden, dass Stars mit so was ja klar kommen müssen. Es sei doch völlig normal sich so zu verhalten, bei anderen Bands sei das schließlich auch so oder noch viel schlimmer. Es werden Forderungen gestellt, die mich nur mit dem Kopf schütteln lassen und nur noch nach dem eigenen Vorteil gelebt. Da frage ich mich, was passiert, wenn einer von ihnen mal „NEIN!“ sagt? Bricht dann das Chaos unter den Fans aus und diese Band ist dann böse? Nur… wahrscheinlich dürfen sie das nicht, das schadet dem Umsatz und dem Image.
Aber das alles ist irgendwie nebensächlich, wenn man die Musik hört, sie auf der Bühne oder im TV sieht oder die Menschen um sich hat, die man durch sie kennen gelernt hat.
Und dann kam so was…
Mir ging es ehrlich gesagt einfach nur schlecht. Ich war in meinen Gedanken versunken und wäre in diesem Moment lieber woanders gewesen. Meine Freundin bot mir dann an ein paar Schritte zu gehen und als ich außer Sichtweite war, konnte ich die Emotionen nicht mehr zurück halten. Auch wenn inzwischen aus der Trennung „nur“ eine Pause geworden war, ging es mir damit nicht wirklich besser. Und das erschreckte mich auch ein wenig. Wieso reagierte ich da so drauf und warum ging es mir damit so bescheiden? Das ist doch nur eine Band, die einfach nur Musik macht und die ich gerne auf den Konzerten sehe.
Irgendwie nicht… Kaum eine Band hat mich bisher so sehr beeinflusst (mal abgesehen von Take That und den BSB in meiner Teeny-Fangirlzeit) wie Sunrise Avenue.
Auch wenn sich das viele schlecht vorstellen können, aber die Band und die Musik sind eine Art bester Freund. Die Musik, die Konzerte, wenn man sie sieht, etwas von ihnen liest, ihr Verhalten, Erlebnisse und Situationen, sowie die Freunde die ich durch sie kennen gelernt habe sind ein ganzes Paket. Oft ist es tröstend wie, wenn jemand deine Hand hält oder dich umarmt, wenn man an etwas denkt oder ein Lied hört. Sie sind einfach da ohne anwesend zu sein, wenn es mir gut ging und besonders wenn es mir schlecht ging. Da passt die Bezeichnung Lifesavers wirklich gut, denn sie haben mich oft aus einem Tief geholt oder mich davor bewahrt in eins zu fallen. Mir durch schwere Zeiten geholfen, besonders im letzten Jahr bis jetzt.
Die Gefühle die mich da allerdings überwältigten, waren auch für mich überraschend. Es fühlte sich wie ein Verlust an und wenn ich eine Cartoon Figur wäre, läge mein Herz jetzt in kleinen Scherben vor mir. Ich war immer wieder den Tränen nahe und wusste nicht so recht wohin mit mir und diesen Gefühlen. Es kam mir echt so vor wie der Verlust eines guten Freundes und eines wichtigen Teils von mir.
Und das alles noch vor dem Konzert, das war irgendwie nicht fair. Der Gedanke, dass dieses das letzte Konzert der Tour war und ich nicht weiß wann es da weiter geht, ließ sich bis zum Einlass nicht wirklich verdrängen.
Um 18:22 beruhigte sich das ganze ein wenig, als Samu aus dem Backstage Bereich eine Notiz veröffentlichte. So wie es sich da anhörte, handelte es sich um eine Pause von ca. 8 Monaten da es keine Wintertour Anfang nächsten Jahres geben wird. Okay, ich denke damit kann ich leben.
Ich hoffe, dass diese Pause den ganzen Hype ein wenig herunter fahren wird, die Band intern wieder so zusammenfindet wie es vor The Voice mal war und sie auch uns wieder etwas näher kommen. Samu muss auch mal wieder runter kommen und vor allem brauchen alle mal ein bisschen Zeit für sich und ein wenig Distanz zueinander und zu dem was aus Sunrise Avenue inzwischen geworden ist. Es sollte wieder mehr der Spaß und die Liebe zu der Musik vorne stehen, als der nächste Medientermin oder der Profit. Ich denke es geht allen nicht wirklich gut damit, das hat man Anfang des Jahres deutlich gemerkt. Irgendwas stimmte da nicht und ich bin mir nicht sicher ob sich das wirklich geklärt hat. Vielleicht lag es auch da dran, dass hier wieder sehr wurde, dass alle zwar Mitglieder dieser Band sind, aber jeder doch einen anderen Status bzw. Rang hat. So etwas kann auf Dauer nicht gut gehen.
Auch wenn die Sommerkonzerte anders waren und dort auf der Bühne fast schon eine andere Band stand als im Februar, gönne ich ihnen diese Zeit um dann auch zu wissen was sie wollen und wie es in Zukunft weiter gehen soll. Ich wünsche mir, dass Samu wieder ein bisschen zu seinem alten Ich wieder findet und er die Ruhe bekommt die er nötig hat.
Das Konzert war toll, auch wenn immer wieder das Gefühl aufkam, dass sie sich für dieses quasi Abschiedskonzert extra ins Zeug legten. Die Setliste und der Ablauf waren genau wie die Konzerte zuvor, ich glaube da brauche ich mir hier auch nicht mit aufhalten.
Für mich persönlich war das ein sehr emotionales Konzert und ich habe es noch ein bisschen mehr genossen, als die vorigen. Welche Lieder mich diesmal wirklich zu Tränen gerührt haben, waren Welcome To My Life, Hurtsvilleund Hollywood Hills. Zwischendurch gab es immer wieder mal ein paar Momente, die konnte ich aber gut abfangen. Ich war nur froh, dass es nicht nur mir so ging, um mich herum waren viele die ähnlich fühlten und unsere Sunrise Jungs auf der Bühne blieben auch nicht verschont.
Ich habe selbst gemerkt, dass ich dieses Mal ein wenig mehr Samulastig war, ich habe ihn oft einfach beobachtet und diesmal auch mehr Fotos von ihm gemacht. (Was man bei meinen Fotos diesmal auch bemerkt.) Vielleicht wollte ich ergründen, was in ihm vor sich ging und mal wieder hinter die Show gucken.
Bei Riku ist so was ja immer recht schwer, wenn er die Augen zu macht, allerdings ist sein Lachen oder Lächeln meistens ein wenig echter und herzlicher als Samus. Jedenfalls ist mir das auf Fotos seit einiger Zeit immer wieder aufgefallen. Samu hat sich inzwischen ein Fotogesicht bzw. ein Fotolächeln angeschafft, wobei man meistens in seinen Augen noch sieht was da wirklich in ihm vor sich geht.
Viel zu schnell vergingen die knapp 95 Minuten (wenn ich mich nicht irre) und die Musik ging aus. Auf der Bühne standen nun ein paar lachende und glückliche Musiker, die sich verabschiedeten, aber mir nicht das Gefühl gaben, das wäre ein Abschied für länger.
Dennoch hat mich dieser Tag, das Konzert und jetzt das Ende so gekillt, dass ich da stand und das ganze Gefühlschaos irgendwie raus lassen musste. Ich kam mir zwar total dämlich, emotional und wie ein Fangirl der jüngeren Generation vor, es ging in diesem Moment aber nicht anders. Und irgendwie tat es auch gut.
Auch wenn ich nach dem Konzert immer wieder schniefend „Ich hasse diese Band.“ gesagt habe, hat mir das doch keiner abgenommen. Ich liebe diese Band und vielleicht hasse ich es manchmal wirklich, wie sehr ich sie liebe.
Dieser Text mag jetzt für einige wieder, ich nenne es mal besorgniserregend klingen, ich möchte doch noch anmerken, dass ich im Grunde ein recht ausgeglichener Mensch bin, mit genügend Freunden, anderen Hobbies und in keinster Weise Sunrise-Avenue-Suchtgefährdet bin. ? Na gut vielleicht ein bisschen oder schon ein bisschen mehr, ich meine da eher im krankhaften Bereich…. Und ein bisschen viel Gitarristen addicted… *lach*
Ich kann mein real Life leben und mich trotzdem in meinen Hobbies verlieren, einfach weil es so schön ist und Spaß macht.
Was ich selbst noch wichtig finde, wenn man etwas liebt, dann sollte man sich da von niemanden aufhalten lassen. Egal was andere sagen oder wie andere das finden, es ist mein persönliches Glück diese Band weiterhin auf diese meine Art und Weise zu unterstützen und mir ist die Meinung der anderen da egal. Die Band und die Menschen, die meine Freunde sind, sind mir unendlich wichtig und ich werde weiterhin hinter, neben oder vor ihnen stehen, kommt ganz drauf an was gerade gebraucht wird. Was auch heißt: Nach dieser Pause bin ich wieder da, am gewohnten Platz vor Riku. ♥

Dieser Artikel wurde von Sumikai-Music.com, bzw. Mia-Musik.de übernommen.

Sunrise Avenue

Zickenzeit: It’s not just a Band for me

It’s not just a Band for me. Ein Satz, der mit ein paar Worten so viel ausdrücken kann. Jeder der eine Lieblingsband hat, bei der alles über das reine Musik hören hinaus geht, wird jetzt zustimmend nicken.
Dieser Text ist für mich sehr persönlich und ich würde das auch nicht so schreiben, wenn ich nicht wüsste, wie vielen es auch so geht, sie nur nicht die richtigen Worte finden.

Letztendlich ist es egal, durch welchen Einfluss, welches Lied oder Erlebnis man diesen Satz mitfühlen kann. Dieser Moment wird einem immer in Gedanken und im Herzen bleiben und man wird es immer wieder gerne erzählen. Jedenfalls denen die nicht mit dem Kopf schütteln, denen die einen verstehen oder vielleicht auch nur verstehen wollen.
Wer so etwas nicht kennt, wird da mit Unverständnis reagieren und man wird immer die gleichen Aussagen bekommen, vielleicht sogar als Groupie oder Freak bezeichnet. Irgendwann gewöhnt man sich da dran, redet nicht mehr davon und denkt sich einfach nur seinen Teil. Das allerdings macht manchmal ein bisschen einsam. Man hat eine Leidenschaft, ein Hobby und traut sich nicht mehr davon zu reden. Das zu einem Teil im Leben geworden ist, vielleicht sogar ein recht großer und genau die, die man doch Freunde nennt, wenden sich teilweise sogar von einem ab. Man hört sich Geschichten über Fußball, Computerspiele, Familie und ähnliches an und bleibt selbst stumm.
Das verunsichert. Das lässt einen selbst zweifeln und drüber nachdenken. Warum mache ich das? Warum liebe ich diese Band? Warum investiere ich Zeit, Geld und Energie für Menschen die mich nicht kennen und die ich auch nicht kenne? Warum nehme ich so viel Stress und Ärger auf mich und unterstütze sie, egal wie die Umstände sind? Warum finde ich die so toll, will ihnen möglichst oft nah sein? Warum und wie schaffen sie es, dass ich sie nach dieser Zeit noch immer toll finde und das sogar immer noch steigerungsfähig ist????
Diese Fragen kommen auf, besonders wenn da wieder diese Blicke und Aussagen sind. Manchmal macht man sich sogar noch die Mühe es zu erklären. Man redet, lächelt dabei, verliert sich in der Erzählung und muss irgendwann erkennen: Ich kann das NUR mit Gleichgesinnten teilen.
Diese Fragen kann natürlich nur jeder für sich beantworten, jeder hat eine andere Vorgeschichte, andere Gründe und es spielen besonders die Gefühle eine große Rolle. Gerade jetzt habe ich mich mal wieder gefragt, was es also bei mir ist, was ich auf diese Fragen antworten kann und warum es auch nach 4 Jahren noch so ist.
Angefangen hat es bei mir mit der Stimme, mit den Melodien und den Texten. Dieses Paket stimmte einfach und hat mich überzeugt.
Die Band hatte mich recht schnell begeistert und schon mehr beeinflusst, als so manche Band es seit Jahren geschafft hatte. Die Musik war für mich da, die Texte haben mich berührt und es war etwas ehrliches in ihnen. Oft hatte ich einfach das Gefühl, das wurde erlebt und ich höre eine Geschichte, die für mich gar nicht so weit weg war.
Dann kam das erste Konzert und ich hatte erst recht Feuer gefangen. Da auf der Bühne stand eine Band die Spaß an der Show hatte, die alle Lieder mit so viel Gefühl und Energie gespielt hatte, dass ich restlos begeistert war. Auf dieser Bühne herrschte ein miteinander, da stand eine Gruppe von Freunden die das machten weil sie es präsentieren wollten und Spaß dran hatten, sie wollten die Fans / die Menge da dran teilhaben und nahe bringen. Genau das hat bei mir funktioniert, ich habe ihnen geglaubt was sie da gemacht haben.
Die Stimme des Sängers traf mich damals und trifft mich immer noch mitten ins Herz. Sie verursacht mir eine Gänsehaut und veranlasst mich dazu, ihm am liebsten mit geschlossenen Augen zuzuhören, um das ganz in mich aufzunehmen. Wenn ich ihn jetzt auf der Bühne sehe, wie er selbst mit geschlossenen Augen seine / die Lieder singt ist das immer wieder ein sehr emotionaler Moment.
Ich war so überzeugt, dass ich bereits bei 27 Konzerten genau dieser Band war. Ich habe viel erlebt, mit ihnen, mit anderen Fans und mit der Musik. Ich habe gemerkt, wie sehr Musik verbindet. Ohne diese Band, hätte ich einige ganz besondere Menschen niemals kennengelernt, hätte nie die Freunde in meinem Leben die jetzt da sind. Seit ich Fan bin, hat sich viel in meinem Freundeskreis getan und die meisten, die mich jetzt in meinem Leben begleiten und unterstützen, sind Fans die ich durch Sunrise Avenue getroffen habe.
Diesen Menschen, die mich so nehmen wie ich bin, sich immer wieder melden, mich mögen, geduldig sind, die für mich da sind und mir zuhören, mich unterstützen und sich nicht von dem Gerede anderer beeinflussen lassen, mit denen ich reden, lachen und weinen kann und ohne die ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen kann, möchte hier ein großes Danke aussprechen. Ohne euch wäre ich nicht der Mensch, der ich jetzt bin, hätte nicht die Kraft immer weiter zu machen und nur halb so viel Spaß in dieser verrückten Fanwelt und im Reallife.
Natürlich kann ich über diese Zeit auch genug negative Erlebnisse aufzählen, seien es Konzerteinlässe, Veränderungen rund um die Band und bei der Band oder andere Fans, die sich nicht benehmen können. Leider waren da auch Menschen bei, von denen ich dachte sie wären meine Freunde, musste da aber erkennen, dass ich mich getäuscht hatte. Egal was da über die Jahre passiert ist, die positiven Dinge haben einfach überwogen.
Jetzt hat sich das Ganze zu einem Sanduhreffekt entwickelt. Immer wenn ein Konzert, eine Show oder etwas mit ihnen war, geht es mir so gut. Ich bin glücklich und ‚aufgefüllt‘ mit positiver Energie und Kraft. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr schwindet das auch. Irgendwann sind diese Reserven dann aufgebracht. Ja ich kann ehrlich zugeben, dass diese Band, die Konzerte, die Menschen drumherum und die Musik mein Halt sind. Genau das fängt mich auf, unterstützt mich und lässt mich durchhalten. Ich halte da dran fest, weil ich das brauche.
Kaum eine andere Band bringt mich zum weinen, zum lachen, macht mich glücklich und traurig, macht mich neugierig, lässt mich nachdenken und mitfühlen. Ich beobachte und stelle Dinge fest. Ich sehe Dinge die anderen verborgen bleiben, die das viel zu oberflächlich sehen und ich denke da drüber nach.
Auch wenn das seltsam klingt, oft mache ich mir Sorgen, ich bin nachdenklich und will etwas tun. Da sind ein paar Personen, die mich vielleicht schon gesehen haben, die aber niemals wissen werden, was in mir vorgeht. Dass ich mir Gedanken über sie mache, wie bei einem guten Freund, ich ihnen nur Gutes wünsche und manchmal einfach das Bedürfnis habe, ihnen etwas mitzuteilen, mit ihnen zu reden. Es ist schwer, dass da so viele Emotionen eine Rolle spielen und man das einfach mit sich selbst ausmachen muss. Ich kann ihnen nicht sagen wie es mir geht, wie sehr sie mir helfen und wie wichtig das alles ist. Wie gerne ich davon etwas wieder geben würde und es einfach nicht geht. Manchmal würde ich ihnen gerne ein Feedback geben, ihnen diese Seite zeigen und ihre Seite verstehen.
Ich fühle mich mit ihnen verbunden, auf eine Art und Weise die sich, bei sich eigentlich fremden Menschen, nicht erklären lässt. Die mich tief drinnen spüren lässt, dass wir uns gar nicht so fremd sind. Zu dieser Verbundenheit kommt noch die Zuneigung, die ich nicht in Worte fassen kann. Wie kann man jemanden wirklich von Herzen mögen, mit dem man bisher kaum ein Wort gewechselt hat? Kann ich das mit meiner Menschenkenntnis erklären? Reicht das, was ich von ihnen sehe oder was sie mir zeigen, um das zu beurteilen? Ich selbst habe dafür keine Erklärung und kann mich da einfach nur auf mein Gefühl verlassen und so weiter machen, wie bisher, weil mir das Freude bereitet und gut tut.
Wenn er singt, ist es einfach nur er und er kann sich nicht verschließen. Für einen kleinen Moment steht genau dieser Mensch da, seine Stimme spiegelt die Gefühle wider und wer genau das auch hört, weiß was ich meine. Für die wenigen Minuten, die das Lied andauert, ist er voll dabei und bringt es so rüber, als wäre die erzählte Geschichte erst gestern gewesen oder betrifft ihn persönlich.
Ich will dann immer die Augen schließen und genau das auch fühlen. Es ist faszinierend live zu sehen, wie nahe ihnen die Lieder gehen, wie sehr sie da drin aufgehen und sich in dem Song fallen lassen. Ähnlich ist es mit den Melodien. Vorher habe ich immer Gesang gebraucht in Kombination mit der Melodie, um ein Lied zu mögen, außer es handelte sich um Klassische Musik. Jetzt ist es auch nur die Melodie, vorzugsweise das Gitarrenspiel live, was bei mir inzwischen ähnliches auslöst wie der Gesang.
Mit ihren Liedern ist für einen kurzen Moment alles gut. Es ist, als wenn jemand da ist, mich kurz in den Arm nimmt und mir so hilf weiter zu machen. Ich kann die Augen schließen, kurz Luft holen und wenn ich sie öffne ist es ein bisschen besser. Mit einigen funktioniert das leichter als mit anderen, das liegt ganz in meiner Hand. Ich kenne mich und kann das steuern, weiß wie ich auf welchen Text reagiere.
Dann gibt es da dieses eine Lied… Das mich sowohl mit der (Gitarren)Melodie, als auch mit Gesang, Stimme und Text für sich eingenommen hat. Es gibt verschiedene Versionen und egal in welcher ich es höre, das erwischt mich immer besonders. Das Lied rührt mich fast immer zu Tränen und ist gleichzeitig so etwas wie ein Anker. Es kann mich festhalten oder auch weiter runter ziehen. Es hält mich meistens auf einem bestimmten Gefühlslevel, unterstützt das oft sogar noch und bringt mich in eine sehr emotionale Stimmung. Genau das liebe ich an diesem Lied einfach.
Ich höre die Musik, wenn ich glücklich bin, wenn ich sentimental bin oder auch traurig. Wenn der Tag besonders hart war und ich etwas Gutes brauche. Ihre Musik muntert mich auf, kann mich aber auch genauso runter ziehen. Ich höre sie, wenn ich traurig bin, damit es mir besser geht oder auch, damit ich traurig bleibe. Ich will mich erinnern, ich will die Texte fühlen und oftmals auch mich oder meine Geschichte da wieder finden.
In der Musik finde ich Trost, Kraft und Halt und ich fühle mich für einen kurzen Moment nicht mehr so alleine. Es geht auch das Gegenteil, ich höre die Musik, weil es mir nicht gut geht, will mich an vergangene Zeiten erinnern und ein bisschen in dieser Stimmung schwimmen, mich in die Trauer fallen lassen und mich nicht an der Musik hochziehen.
Ganz abgesehen von der Musik sind da noch die Menschen die in dieser Band sind. Die ganz oft auf Äußerlichkeiten reduziert werden und auf ihre Rangordnung innerhalb des Ganzen. Obwohl ich selbst auch einen Favoriten habe, beschränke ich dennoch nicht meine Aufmerksamkeit auf dieses eine Mitglied. Für mich bilden sie eine Einheit und ohne ein einziges Mitglied würde das auf dieser Ebene einfach nicht mehr funktionieren.
Ich mag die Band, weil sie talentiert sind, schöne Stimmen haben, ihre Instrumente einfach grandios beherrschen, immer sympathisch rüber kommen, lustig sind und bei ihnen noch oft das Kind im Manne zum Vorschein kommt. Mir geht das Herz auf, wenn sie lachen und Unsinn machen und es beeindruckt mich oft, was sie für Fans alles tun, abgesehen davon, wie der Tag für sie wohl gerade war.
Was allerdings auch zur Folge hat, dass diese kleinen Dinge nicht mehr ausreichen und das manche Fans dazu bewegt mehr zu fordern. Die Mitglieder werden verfolgt, die Fans tauchen plötzlich überall auf, sie werden belästigt, beobachtet und das nimmt immer mehr Überhand.
Die Fahrzeuge (Bus oder Van) werden verfolgt, es wird sich im gleichen Hotel eingebucht, Fans fliegen nach Helsinki in der Hoffnung sie zu treffen, sie und ihre Partnerinnen werden bedroht und verfolgt, am Flughafen sind sie auch nicht mehr sicher und ein privater Bummel in der Stadt, in der sie gerade sind, ist nicht mehr möglich.
Die Kritik und die Meinung derer, die das schrecklich finden, wird nie angenommen. Es sind immer die gleichen Aussagen, die man dann zu hören bekommt. Die Band lässt das ja zu, auf den Fotos lächeln sie, sie wirken so als würden sie sich freuen und müssen schließlich damit klar kommen, da sie Stars sind und das ihr Business ist.
Dass dieses Lächeln aber oft gezwungen aussieht und es nicht die Augen erreicht sieht kaum einer. Was sollen sie auch sagen? Würden sie sagen, was sie in solchen Momenten vielleicht denken, würden sich so manche Fans wundern. Aber genau das ist nicht erlaubt, das würde das Image zerstören und da achtet die Plattenfirma peinlich genau drauf. Also heißt es für Sunrise Avenue gute Miene zum bösen Spiel zu machen, solange bis es eskaliert.
Die Band hat sich bereits extrem zurückgezogen und alle wundern sich warum. Wenn man das anspricht, kommen nur Antworten von wegen sie wären ja berühmt und das gehört dazu. In solchen Momenten fehlt mir da echt ein gewisser Anstand, Respekt und vor allem Menschenverstand.
Auch wenn man damit nicht so vertraut ist, reicht es schon zu lesen was unter geposteten Bildern der Band oder einzelner Mitglieder geschrieben wird. Früher konnte man die Kommis noch lesen und bekam ab und zu auch eine Antwort, das haben einige durch ihr Verhalten allerdings zerstört.
Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Ich bin fassungslos, sprachlos, peinlich berührt, verärgert und unendlich traurig. Fotos von ihnen werden in peinliche, lächerliche und unlustige Collagen gepackt in der Hoffnung auf ein Like oder eine Reaktion. Diese Art von Humor teile ich so gar nicht und dann kommt bei mir die große Frage auf: Wieso tut man so etwas seiner Lieblingsband an?
Denken die Fans echt so wenig nach? In der Anonymität des Internets funktioniert so etwas, doch würden sie ihnen diese Dinge auch persönlich sagen? Das ist einfach nicht meine Welt, ich stehe zu dem was ich sage und schreibe und habe zum Glück noch Respekt vor der Band, deren Privatleben und Gefühlen.
Auch wenn sie derzeit die Erfolgsleiter erklimmen, sehe ich das mit sehr gemischten Gefühlen. Was sich im letzten Jahr alles verändert hat, ist für jemanden der schon länger dabei ist einfach zu viel und es sind einige Dinge dabei, die ich wirklich vermisse. Ich wünsche mir die unbeschwerte und noch von den derzeitigen Regeln, Sicherheitsvorkehrungen und Zwängen unbelastete Band zurück. Je mehr Erfolg sie haben, umso schwerer ist es das ganze so locker anzugehen wie noch vor 1 Jahr.
Oft glaube ich, dass ich an dem Punkt angelangt bin, an dem ich sie nicht mehr toller finden kann. Doch schnell wird mir klar, wie sehr ich mich geirrt habe. Es reichen eine paar Worte, ein Song, ein lustiger Spruch, eine Geste oder etwas ganz banales und ich bin wieder völlig hin und weg.
Diese ganzen Dinge und noch so vieles mehr, für das es keine Worte gibt, lässt mich diese Band lieben und unterstützen. Ich fahre in fremde Städte oder sogar Länder, arbeite mehr, um mir frei nehmen zu können, und stehe früh auf, um auf die Konzerte zu gehen. Ich trotze jedem Wetterverhältnis, verteidige meine Freunde und mich bei den Einlässen, damit es fair bleibt, bekomme jedes Mal Bauchschmerzen direkt vor einem Einlass, verbringe Stunden vor Locations und im Auto um diese Herren ca. 1,5 Stunden auf der Bühne oder bei anderen Veranstaltungen zu sehen. Ich plane Aktionen, die ihnen entweder einfach danke sagen sollen, oder sie zum Lachen bringen könnten.
Ich begleite sie durch Höhen und Tiefen, halte den Hype aus und blende das Schlechte oft einfach aus. Ich verteidige sie, wenn jemand etwas Schlechtes sagt. Ich werde mir die Liebe zu dieser einen Band durch niemanden nehmen lassen.
Auch wenn ich nur eine unter Vielen bin, hoffe ich, dass meine Worte und meine Bemühungen für diese Band irgendwo etwas bewirken und es irgendwo ankommt.

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